Wichtige Fristen zum BREXIT in 2020 für verschiedene Leistungen rund um England

Aktuelle Tipps und Deadlines zur Brexit Vorbereitung für Deutsche und Österreicher, die in England aktiv sind oder aktiv werden möchten.

Die Wahl am 12.12.2019 hat es gezeigt: Die Briten wollten definitiv raus aus der EU, ohne wenn und aber und wenn nötig sogar ohne Deal.

 

Am 31.01.2020 war es dann endlich soweit: Großbritannien ist aus der EU ausgeschieden.

 

Der Austritt Großbritanniens aus der EU wird einige Veränderungen mit sich bringen. Dies bedeutet nicht nur Risiken, sondern auch eine Vielzahl von Chancen, die sich durch dieses einmalige Ereignis ergeben werden. Nach dem Austrittstermin Großbritanniens gibt es noch eine Übergangszeit (sog. Transition Period), jedoch ist diese nur bis zum 31.12.2020. Deshalb sollten Betroffene schnell auf Nummer Sicher gehen.

 

Wir zeigen Ihnen hier kurz auf, welche Maßnahmen oder Vorbereitungen Sie zu bestimmten Themen wie England Insolvenz, Bankkonto, Limited und PLC Verwaltung usw. nun einleiten bzw. beachten sollten.

 

Bitte beachten Sie jedoch, dass nach wie vor keinerlei Rechtssicherheit vorherrscht und die mit Verlaub völlig chaotische Vorgehensweise der Politik in Großbritannien es selbst über 3 Jahre nach dem Referendum nicht zulässt, verlässliche Aussagen zu treffen.

Maßnahmen bei der Vorbereitung einer England Privatinsolvenz

Wenn man vorhat, nach dem Durchlaufen der Insolvenz in England wieder nach Deutschland zurückzukehren, ist die Durchführung der englischen Privatinsolvenz mit der einjährigen Restschuldbefreiung derzeit noch bis zum Ende der Transition Period, also bis 31.12.2020, unter der bestehenden Gesetzeslage möglich. Danach besteht das Risiko, dass englische Insolvenzverfahren, die nach der Transition Period, also nach dem 31.12.2020 eröffnet werden, nicht mehr so wie bisher automatisch gemäß der europäischen Insolvenzverordnung EUInsVO innerhalb der EU anerkannt werden. Dann jedoch hätte die englische Restschuldbefreiung zwar in Großbritannien volle Gültigkeit, würde jedoch beispielsweise nicht mehr ohne weiteres in Deutschland oder Österreich anerkannt werden oder müsste unter Umständen gerichtlich durchgesetzt werden.Eine entsprechende rechtliche Neuregelung gibt es hier jedoch derzeit noch nicht!

 

Sollten Sie allerdings vorhaben, Deutschland oder Österreich sowieso hinter sich lassen zu wollen und Ihren Wohnsitz zukünftig in einem anderen Land zu begründen, dann empfehlen wir nach wie vor das britische Insolvenzverfahren.

Inhaber eines englischen Führerscheins

Inhaber des englischen Führerscheins brauchen sich auch nach dem Brexit grundsätzlich keine Sorgen über die Gültigkeit machen. Es ist jedoch dringend darauf zu achten, dass die im Führerschein angegebene englische Adresse aktuell und verifizierbar ist. Ansonsten kann es zu erheblichen Schwierigkeiten bis hin zum Entzug durch die DVLA kommen.

 

Ferner sollten Inhaber eines englischen Führerscheins, wenn sie diesen nach dem Brexit in der EU benutzen, ihren Führerschein durch einen sog. internationalen Führerschein ergänzen. Dieser kann in England in jedem post office beantragt werden, die Kosten dafür sind 5.50 GBP (Voraussetzung: Gültiger englischer Führerschein und UK Wohnsitz).

Inhaber von Englischen Limiteds oder PLCs mit Firmensitz in England

Inhaber und Direktoren englischer Limiteds oder PLCs, die als Director und/oder Shareholder aktiv sind, sollten mit diversen Maßnahmen wie z.B. der Sicherung des persönlichen Wohnsitzes (Residenzstatus), Begründung einer sattelfesten Registered Office Adresse sowie soliden Business Adresse und eventuell der Beantragung noch fehlender Steuernummern, VAT Nummern etc. sowie eines Bankkontos möglichst bald starten.

 

Es ist zwar zu erwarten, dass es bei britischen Gesellschaften hinsichtlich deren zukünftigen Status innerhalb der EU in den nächsten Monaten konstruktive Vereinbarungen geben wird. Jedoch sollten Betroffene, die aktiv mit einer England Limited oder Plc in Europa Business betreiben und die zu erwartenden gewaltigen Steuervorteile nutzen wollen, Präventivmaßnahmen zu ihrem eigenen Vorteil einleiten, um ihre Gesellschaft "Brexit sicher" machen.

 

Das lohnt sich in jedem Falle, egal wie die Verhandlungen ausgehen werden: Denn es ist zu erwarten, dass die englische Limited oder Plc gerade mit dem Austritt Großbritanniens aus der EU völlig neue Chancen und Möglichkeiten bieten wird.

Inhaber von Englischen Limiteds oder PLCs mit Firmensitz in Deutschland

Da möglicherweise zu erwarten ist, dass englische Limiteds und Plcs, die in Deutschland ansässig sind, aufgrund des Brexit ihre Niederlassungsfreiheit in Deutschland verlieren können, will die Bundesregierung in Kürze einen Gesetzentwurf verabschieden, durch den in Deutschland ansässige englische Limiteds und Plcs ohne große Probleme in eine deutsche Gesellschaft umgewandelt werden können.

 

Laut der Bundesregierung gibt es derzeit ca. 8.000 - 10.000 englische Limiteds, die ihre Niederlassung oder ihren Firmensitz in Deutschland haben. Mit dem Brexit besteht die Gefahr, dass diese Gesellschaften ihre Niederlassungsfreiheit verlieren könnten. Durch den Entwurf eines neuen speziellen Umwandlungsgesetzes soll für diese Gesellschaften eine Umwandlung in eine Kommanditgesellschaft (KG), eine GmbH & Co KG oder eine UG & CO KG (haftungsbeschränkt) ermöglicht werden. Damit könnte die Rechtsform einer GmbH vermieden werden, bei der ein Eigenkapital von 25.000 Euro vorgeschrieben ist.

 

Laut Entwurf soll es ausreichen, wenn die Gesellschafter ihre Umwandlungspläne vor dem Brexit notariell beurkunden lassen. Der Vollzug durch das Handelsregister muss spätestens nach zwei Jahren beantragt werden.

 

Unser Tipp:

Falls Sie geschäftlich in Deutschland oder Österreich aktiv sind, dort Ihren Wohnsitz und auch Geschäftssitz haben und eine Gesellschaftsform benötigen, um solide Ihre Geschäfte abwickeln zu können, ist die englische Limited oder Plc keine optimale Wahl mehr. Es macht dann sicherlich mehr Sinn, auf eine Gesellschaft des jeweiligen Landes (GmbH, UG usw.) zuzugreifen. Sollten Sie jedoch vom Ausland aus agieren, dann ist dies natürlich eine völlig andere Situation.

Sicherung der Meldeadresse, Vorbereitungen zur England Residenz

Es werden schon seit einigen Monaten keine preisgünstigen Meldeadressen mehr am englischen Markt angeboten, die nicht 100%ig verifizierbar sind. Da eine reine Postadresse nach dem Brexit (bzw. nach der Transition Period bis 31.12.2020) keinen Sinn mehr macht (Freizügigkeit wird beschränkt), empfiehlt es sich, jetzt sehr zeitnah mit den entsprechenden, qualifizierten Vorbereitungen zu starten. Bis zur sogenannten Dead Line, als spätestens bis zum Ende der Transition Period, sollte alles fundiert eingerichtet sein!

Inhaber eines englischen Bankkontos

Bitte beachten Sie, dass britische Banken zukünftig verstärkt auf die Verifizierbarkeit der angegebenen Adresse Wert legen (müssen). Insofern ist die Verknüpfung mit der englischen Sozialversicherungsnummer (NINO) bei der Eröffnung oder Führung eines Bankkontos beinahe schon Pflicht. Ferner werden schon jetzt für Personen ohne verifizierbare Adresse in England nahezu keine Konten mehr eröffnet.

Vorbereitung eines Wohnsitzes in Großbritannien

Warten Sie hier nicht mehr zu lange! Die Vorbereitung sollte in jedem Falle begonnen werden, solange sich Großbritannien noch in der Transition Period befindet und damit die Freizügigkeit möglich ist. Gehen Sie auch davon aus, dass Sie erfahrungsgemäß einen Vorlauf von mindestens 6 Monaten brauchen werden.

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