Die Privatinsolvenz in Irland

Mit einem Insolvenzverfahren in Irland kann man es schaffen, sich innerhalb von ca. 12 – 18 Monaten komplett zu entschulden und dann nochmals neu anzufangen.

Die Irland Insolvenz als Alternative zur England Insolvenz.

Die Republik Irland hat im Jahr 2012 ihr Insolvenzgesetz an das britische Insolvenzgesetz (Insolvency Act) angeglichen. Es gelten nahezu gleiche Verfahrensweisen. Es ist demnach für EU-Bürger jederzeit möglich, sich  auch in der Republik Irland innerhalb eines Jahres komplett zu entschulden und die EU weit gültige Restschuldbefreiung zu erhalten.

In Irland gilt fast der gleiche Ablauf wie bei der England Insolvenz, bis auf wenige Ausnahmen

Die Insolvenz in Irland weist gegenüber der englischen Privatinsolvenz nur wenige Unterschiede auf. Der Verfahrensablauf ist grundsätzlich der gleiche, wie dies in England bis 2018 der Fall war (also vor Einführung des Online Verfahrens durch den britischen Insolvency Service).

 

Ein Hauptunterschied liegt darin, dass die handelnden Personen und Behörden in Irland anders heißen, so ist z.B. der britische Official Receiver in Irland der Official Assignee, der britische Insolvency Service heißt in Irland ISI Bankruptcy Team, der Adjucator heißt Examiner und, je nach Größe und Umfang des Verfahrens, geht man nicht zum High Court nach London, sondern zum The Four Courts in Dublin.

 

Wie auch in Großbritannien kann in Irland der Official Assignee Regelungen hinsichtlich der Abführung von Einkommen (bis zu einem Zeitraum von 3 Jahren) treffen, man ist verpflichtet, dem Official Assignee bei Bedarf Auskünfte zu erteilen wie Wohnortwechsel, Jobwechsel usw. Ebenso ist man verpflichtet, dem Official Assignee nach der Bankrotterklärung durch das Gericht zu einem Interview zur Verfügung zu stehen (gleiches Verfahren wie in England). Und auch wie in England hat er das Recht, Sanktionen gegenüber dem Schuldner zu verhängen, wenn er feststellt, dass keine Kooperation besteht oder der Schuldner unwahre oder bewusst falsche Aussagen macht.

 

Die Beantragung der Privatinsolvenz in Irland ist dann möglich, wenn die Schulden das Vermögen um mindestens 20.000 Euro übersteigen.

Auch in Irland ist die wesentliche Voraussetzung für ein erfolgreiches Verfahren: Der COMI

Der COMI (Center of Main Interest) also der familiäre und berufliche Lebensmittelpunkt ist die wesentliche Grundlage dafür, ob ein bestimmtes Gericht überhaupt zuständig ist, ein Verfahren anzunehmen und Beschlüsse zu fassen.

 

Damit also das Gericht in Dublin sich überhaupt zuständig fühlt, das Verfahren eines Schuldners anzunehmen und diesen für Bankrott zu erklären, bedarf es umfassender Beweise, dass dieser Schuldner seinen COMI auch tatsächlich in Irland hat, und zwar wenigstens für einen Zeitraum von mindestens 6 Monaten vor Insolvenzantrag.

 

Andernfalls besteht das latente Risiko, dass das Verfahren entweder in Irland gar nicht angenommen wird oder aber ein sog. Ordre Public Verstoß vorliegt, das heißt ein Gläubiger in Deutschland das Verfahren mit der Begründung anfechten kann, der Schuldner hätte gar nicht in Irland gelebt, alles wäre nur ein Schwindel und der Schuldner wäre lediglich ein Insolvenztourist. Wenn der Gläubiger damit vor einem Gericht durchkommt, ist alles umsonst gewesen.

 

Wenn der COMI aber sauber und ordentlich nachgewiesen werden kann, steht einer erfolgreichen Anerkennung des Verfahrens und der Restschuldbefreiung nichts im Wege.

Automatische Erteilung der Restschuldbefreiung nach 1 Jahr (discharge)

Nach einem Jahr ab Bankrotterklärung durch das irische Gericht wird man in Irland automatisch von sämtlichen Schulden bis auf wenige Ausnahmen befreit (automatic discharge). Ausgeschlossen sind zum Beispiel gerichtlich verhängte Geldstrafen bei Straftaten oder Schulden, die während des Bankrottverfahrens gemacht wurden.

 

Anmerkung:

Schulden aus unerlaubten Handlungen, zum Beispiel aufgrund einer Insolvenzverschleppung in Deutschland, werden durch die irische Restschuldbefreiung ebenso erfasst wie zum Beispiel Steuerschulden!

Restschuldbefreiung nach 1 Jahr

EU weit gültig

Schneller Neuanfang möglich

Wesentliche Vorteile / Nachteile der Insolvenz in Irland gegenüber der England Insolvenz

Die Privatinsolvenz in Irland hat gegenüber der England Insolvenz einige Vorteile und Nachteile.

 

Ein Vorteil liegt sicherlich darin, dass die Republik Irland weiterhin vollwertiges EU-Mitglied ist und bleibt. Eine in Irland erteilte Restschuldbefreiung nach 2020 ist also ohne jegliche Zweifel in der Europäischen Union und somit auch in Deutschland voll rechtgültig und kann nicht angegriffen werden.

 

Nachteile sehen wir möglicherweise im Land Irland selbst. Zum einen ist Irland ein recht kleines Land im Vergleich zu Großbritannien (Irland hat ca. 4,8 Mio. Einwohner, Großbritannien ca. 67 Mio.), die Hauptstadt Dublin ist mit ca. 1,3 Mio. Einwohnern nahezu ein Zehntel so groß wie London. Da es in einer Stadt wie Dublin für den Official Assignee ein Leichtes ist, den COMI persönlich zu überprüfen, sollte hier in der Tat wesentlich sorgfältiger damit umgegangen, geplant und realisiert werden, als dies beispielsweise in London der Fall ist, um auch nicht den geringsten Angriffspunkt für jegliche Zweifel offen zu lassen.

 

Wer weiterhin in Irland seine Insolvenz plant und durchführen möchte, sollte ferner der englischen Sprache wenigstens über dem Anfängerniveau hinaus mächtig sein. Der irische Akzent ist signifikant, es bedarf eines gewissen Übens, Irisch ohne Probleme zu verstehen.

 

Und auch bei der Begründung, warum Irland als Lebensmittelpunkt dient, ist die Grundbeherrschung der englischen Sprache sicherlich dienlich. Wie soll man auch plausibel erklären, dass man von nun an in Irland lebt, sich dort wohlfühlt, seine Brötchen dort verdienen will usw., wenn man kein Wort Englisch spricht? Schwierig….

Individuelle Beratung zur Privatinsolvenz in Irland

Aufgrund unserer Tätigkeiten bei der Betreuung von Irland Gesellschaften sind wir insbesondere in Dublin ausgezeichnet vernetzt und verfügen dort über langjährige Kontakte zu Steuerberatern, Banken, Maklern und auch dem einen oder anderen, der die Privatinsolvenz in Irland erfolgreich hinter sich gebracht hat.

 

Wenn Sie sich für eine Insolvenz in Irland entscheiden, können wir Ihnen also qualifiziert helfen, insbesondere was die Einrichtung des COMI, die Beantragung der Sozialversicherungsnummer, Steuernummer, die Eröffnung eines Bankkontos und die Suche einer passenden Wohnung betrifft.

 

Darüber hinaus können wir Sie bei der Antragstellung Ihres Insolvenzantrages unterstützen und Sie bei Wunsch auch zum Gerichtstermin und zum Interview durch den Official Assignee begleiten.

Durchführung einer telefonischen Erstberatung

Bei dieser etwa eineinhalbstündigen Beratung beraten wir Sie telefonisch, erklären Ihnen das Verfahren in Irland nochmals und beantworten Ihre Fragen.

Wenn Sie sich im Anschluss für einen Start des Verfahrens in Irland entschließen, stehen wir Ihnen selbstverständlich gerne mit umfassenden weiteren Hilfeleistungen Vorort zur Verfügung.

Was kostet diese Erstberatung?

Für diese Erstberatung erheben wir einen Kostenbeitrag in Höhe von 345.—Euro.

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