Hat der Wirtschaftsstandort Deutschland Zukunft?

Welche Risiken die aktuellen politischen, gesellschaftlichen und ökonomischen Veränderungen in Deutschland für Wohlstand und wirtschaftlichen Erfolg haben kann.

Deutschland hat sich in den letzten 10 Jahren grundlegend politisch, demographisch, ökonomisch und gesellschaftlich verändert. Während beispielsweise der deutsche Bundespräsident Frank Walter Steinmeier "vom besten Deutschland, das es je gab" spricht, stellt man an vielen anderen Orten eine immer tiefere Zerrissenheit und Spaltung fest. Und in der Tat ist es derzeit nicht so einfach, sich darüber im klaren zu werden, wo Deutschland eigentlich in den nächsten Jahren hinsteuern wird.

 

Wir möchten hier einige der wesentlichen Veränderungen ein wenig analysieren und aus unserer Sicht prognostizieren, welche Auswirkungen dies für jeden Einzelnen in Bezug auf finanzielle Entscheidungen haben könnte. Denn vieles von dem, was in Deutschland noch vor 10 Jahren gut war, ist heute verschwunden.

Die politische Veränderung in Deutschland und der Niedergang der Volksparteien

Vorneweg gesagt: Wir sind politisch völlig neutral. Wir nehmen auch an keiner Wahl in Deutschland teil. Aber die meisten von uns haben viele Jahre in Deutschland gelebt, sind dort aufgewachsen, zur Schule gegangen, haben studiert, dort in verschiedenen Bereichen gearbeitet oder Unternehmen aufgebaut und sich aktiv daran beteiligt, in Deutschland etwas zu bewegen. Letztlich haben wir uns dann alle dazu entschieden, aus Deutschland auszuwandern.

 

Offen gesagt, wir würden heute nicht mehr wissen, wen wir in Deutschland eigentlich wählen sollten.

 

Aus den einstigen großen Volksparteien CDU/CSU und SPD sind heute Parteien geworden, die es schon als Wahlerfolg propagieren (müssen), wenn sie gerade noch so die 25 Prozent oder die 15 Prozent Hürde überschreiten. Koalitionen benötigen heute mindestens 3 Parteien, um gerade noch so eine Mehrheit zu erhalten.

 

Die Argumentation, die man hierbei hört: Nicht die Parteien sind schuld, sondern die Wähler haben sich verändert.

 

Doch wie sagt man so schön: "Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit". Unserer Meinung nach haben die klassischen Volksparteien in den letzten 10 bis 15 Jahren ihre Ideologien und Grundsätze immer mehr verloren und diese durch eine "Wischiwaschi" Politik ersetzt.

 

Würde man die beiden unten gezeigten Grafiken mit Börsenkursen vergleichen, dann würde man vielleicht "short" gehen, in keinem Fall aber "long".

Laut aktuellen Umfragen liegt die SPD 2021 bei ca. 15 Prozent. Es bedarf schon einem gehörigen Optimismus, hier noch von einer "Volkspartei" zu sprechen.

Laut aktuellen Umfragen liegt die CDU/CSU 2021 bei ca. 25 Prozent. Oder anders ausgdrückt können drei Viertel der Deutschen mit dieser Partei nichts mehr anfangen.

Der Trend der großen klassischen Volksparteien zeigt seit Jahren eindeutig nach unten. Die klassischen sozialdemokratischen und konservativen Werte, die diese Parteien einst vermittelten, haben dabei grundsätzlich nicht an Bedeutung verloren - vielmehr sind es die Parteien selbst, die sich davon immer mehr entfernt haben. Doch diesen Umstand haben sich die Parteien selbst zuzuschreiben, nicht die Bürger. Es besteht die Gefahr, dass politische Wege eingeschlagen werden, die von der Mehrheit der Bürger gar nicht gewollt sind, doch aufgrund einer Mehrparteien-Koalition trotzdem durchgesetzt werden können.

Das Zuwanderungsland Deutschland

Ohne Zweifel braucht Deutschland Zuwanderung, wahrscheinlich sogar massive Zuwanderung, um das Problem der Überalterung in den Griff zu bekommen.

 

Nüchtern betrachtet geht es in erster Linie also nicht darum, Deutschland farbenfroher und weltoffener zu gestalten. Primär geht es darum, die dramatische demographische Entwicklung in den kommenden Jahren hinsichtlich einer immer mehr alternden Gesellschaft und einer immer höher werdenden Zahl von Rentenbeziehern durch neue Steuerzahler, die von außen kommen, zu finanzieren.

 

Mit Erreichung des Rentenalters der sog. Babyboomer bis 2030 wird der Anteil der aktiven Bevölkerung im Vergleich zur inaktiven Bevölkerung auf einen Wert von 33 (aktive Bürger) zu 66 (inaktive Bürger) steigen. 100 Beitragszahler in die Sozialversicherung stehen dann ca. 100 Rentner gegenüber.

 

Eine im Jahr 2018 veröffentliche Grafik zeigt, dass im Jahr 2017 bereits jeder 5. Arbeitnehmer in Deutschland über 55 Jahre alt war. Dies dürfte sich 2021 massiv weiter nach oben verändert haben.

Wie die unten aufgeführte Grafik des Statistischen Bundesamts für 2019 zeigt, ist der Anteil der Bevölkerung mit Migrationshintergrund bis ca. 30 Lebensjahren heute bereits fast die Hälfte der Gesamtbevölkerung in dieser Altersstruktur.

Die hohe Einwanderung führt zu nicht zu übersehenden Spannungen in der Gesellschaft

Obwohl die deutsche Politik den Schein der Willkommenskultur immer mehr politisch forciert und nach außen propagiert, schafft es die Politik in Deutschland nicht, eine Einwanderungspoltik so zu gestalten, mit der gleichzeitig auch die Mehrzahl der deutschen Bevölkerung zufrieden ist. Dies führt nicht unübersehbar zu immer mehr Spannungen in der Gesellschaft. Denn anders als klassische Einwanderungsländer wie Großbritannien, Frankreich, die USA oder Australien war Deutschland nie ein Land, in dem historisch betrachtet eine hohe, unvoreingenommene Willkommens- oder Akzeptanzkultur für Andersdenkende, Andersfarbige oder auch Andersgläubige herrschte.

 

Doch wehe dem, der sich dazu kritisch äußert: Dann ist der Verdacht des Rechtspopulismus, der Fremdenfeindlichkeit und der Staatsfeindlichkeit nicht weit!

Wer nach Deutschland einwandert: Zuwanderung nach Deutschland aus Nicht-Krisenländern

Die untere Grafik zeigt die Zuwanderung nach Deutschland 2019. Im Wesentlichen sind es hierbei Bürger aus Südosteuropa.

 

Zu beachten hierbei ist, dass der besonders große Zustrom von Zuwanderern aus Rumänien und auch aus Bulgarien einer der wesentlichen Gründe dafür war, warum die Briten mehrheitlich für den Brexit stimmten.

Überwiegende Qualifikation von Zuwanderern gering und ohne Sprachkenntnisse:

 

Wie der Deutschlandfunk am 23.12.2018 berichtete, kommen mit der Arbeitnehmerfreizügigkeit seit 2014 immer mehr Zuwanderer aus Bulgarien und Rumänien nach Deutschland. Und in der Tat sind Zuwanderer aus Rümänien die weitaus größte Bevölkerungsgruppe, die nach Deutschland einwandert. Wie der Deutschlandfunk ferner berichtete, kamen und kommen aber viele Menschen mit geringer Qualifikation und wenig Sprachkenntnissen. Das wiederum hätte dazu geführt, dass sich die sozialen Probleme in Städten wie Gelsenkirchen, Duisburg oder Dortmund verschärft haben.

 

Damit erhöht Deutschland massiv seinen Anteil an geringqualifizierten oder nicht qualifizierten Personen, die erst integriert und ausgebildet werden müssen. Dies führt zu einer erheblichen Belastung der Sozialausgaben.

Wer nach Deutschland einwandert: Zahl der registrierten Schutzsuchenden aus Krisenländern

Wie das Statistische Bundesamt am 14.07.2021 mitteilte, waren zum Jahresende 2020 knapp 1,86 Millionen Schutzsuchende im Ausländerzentralregister (AZR) registriert.

Viele Geflüchtete beziehen Hartz IV:

 

Wie t-online am 14.07.2021 berichtete, leben noch immer die meisten Geflüchteten aus Syrien von staatlicher Unterstützung. Fast zwei Drittel aller erwerbsfähigen Syrer in Deutschland leben ganz oder teilweise von Hartz IV. Mit 65 Prozent war der Anteil der Bezieher staatlicher Unterstützung unter Zuwanderern aus Syrien deutlich höher als unter Ausländern aus anderen Hauptherkunftsländern von Asylbewerbern wie etwa Somalia oder Afghanistan. Wie aus einer Statistik der Bundesagentur für Arbeit weiter hervorgeht, bezogen 37,1 Prozent der Somalier im erwerbsfähigen Alter im gleichen Zeitraum Hartz-IV-Leistungen. Unter den Afghanen lag der Anteil bei 43,7 Prozent. Laut dem Ausländerzentralregister 2020 befinden sich ca. 820.000 Syrer (bereits ca. 1% der Gesamtbevölkerung) und über 270.000 Bürger aus Afghanistan in Deutschland.

Wer aus Deutschland auswandert: Akademiker und hochqualifizierte Fachkräfte

Ob für einen beruflichen Karriereschritt, eine internationale Ausbildung, den Ruhestand im sonnigen Süden oder als Weg in einen neuen persönlichen Lebensabschnitt – es gab bislang viele Gründe, Deutschland den Rücken zu kehren.

In einer Untersuchung durch das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung bei der Vorstellung der Studie "German Emigration and Remigration Panel" im Jahr 2019 wurde veröffentlicht, dass rund 180.000 Deutsche jedes Jahr in ein anderes Land umziehen. Akademiker und hochqualifizierte Spezialisten und Führungskräfte machen hierbei einen Anteil von 76 Prozent aus. Die Gründe sind weitaus bessere Verdienst- und Karrierechancen, aber auch eine deutlich geringere Steuerbelastung, der Aufbau von internationalen Kontakten und auch ein anderer Lebensstil.

 

Damit verliert Deutschland seit Jahren ein gewaltiges Potential an bestens ausgebildeten Fachkräften, welches jedoch dringend benötigt werden würde.

Der Arbeitsmarkt in Deutschland im Juni 2021: Rein objektiv betrachtet bereits der Supergau

Wie fern sich politische Darstellung von der Realität unterscheidet, soll dieses Beispiel der Veröffentlichung der jüngsten Arbeitslosendaten der Bundesagentur für Arbeit vom Juni 2021 einmal aufzeigen.

 

Zunächst schreibt die Bundesagentur für Arbeit in ihrem Bericht auf Seite 5:

"DER ARBEITSMARKT IM JUNI 2021 – DEUTLICHE BESSERUNG
Das Bruttoinlandsprodukt dürfte im zweiten Quartal 2021 deutlich gewachsen sein, nachdem es zu Jahresbeginn nachgegeben hatte. Die Corona-Inzidenzen sind bundesweit auf einem niedrigen Niveau, sodass es nur noch wenige wirtschaftliche Einschränkungen gibt. Die Konjunkturaussichten hellen sich nochmals spürbar auf. Vor diesem Hintergrund bessert sich auch der Arbeitsmarkt. Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung sind im Juni saisonbereinigt deutlich gesunken.
"

 

Betrachten wir einmal die Daten der Veröffentlichung bezüglich ALG und Hartz IV:

 

Demnach sind in Deutschland ca. 44,6 Mio. Menschen beschäftigt, davon ca. 33,6 Mio. sozialversicherungspflichtig. Das entspricht ca. 53,7 % Beschäftigte bzw. ca. 40,5 % sozialversicherungspflichtig Beschäftigte bei 83 Mio. Bürgern.

Davon waren ca. 2,6 Mio. arbeitslos und ca. 800T unterbeschäftigt, also insgesamt 3,4 Mio. Menschen (ohne Kurzarbeit).

Davon waren weiterhin ca. 3,9 Mio. erwerbsfähige Hartz IV Empfänger, nochmals ca. 1,5 Mio. nicht erwerbsfähige Hartz IV Empfänger und ca. 800T Alg-A Leistungsbezieher, also nochmals insgesamt 6,2 Mio. Menschen.

Davon befanden sich ferner ca. 800T in Schulungsmassnahmen der Agentur für Arbeit.

 

Das sind also insgesamt ca. 10,4 Mio. Menschen, die staatliche Leistungen in Anspruch nehmen, bei insgesamt 33,6 Mio. sozialversicherungspflichtigen Erwerbstätigen. Kurzarbeit ist nicht mitgerechnet. Da fragt man sich schon, wo da die deutliche Besserung ist.

 

Und als weiteren Punkt die Daten der Entwicklung neuer Jobs:

 

Dazu schreibt die Bundesagentur für Arbeit in ihrem Monatsbericht auf Seite 8:

 

"In saisonbereinigter Rechnung hat sich die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung in den weitaus meisten Ländern
von März auf April (2021) nur wenig verändert.
Gegenüber dem Vorjahr ist sie in fast allen Ländern gestiegen, am stärksten in Berlin (+1,8 Prozent). Einen leichten Rückgang gab es nur im Saarland (-0,1 Prozent). Die Anstiege zeigen die Stabilisierung im Corona-Jahr. Nach Branchen waren die saisonbereinigten Vormonatsveränderungen unterschiedlich. Einen deutlichen Rückgang verzeichnete das vom Lockdown besonders betroffene Gastgewerbe (-21.000). Die meisten anderen Branchen verzeichneten dagegen Zuwächse, absolut am stärksten die Qualifizierten Unternehmensdienstleistungen (+7.000).

 

Im Vorjahresvergleich werden in vielen Branchen Anstiege ausgewiesen. Die absolut größten Zuwächse im April registrierten der Öffentliche Dienst (+74.000 oder +3,9 Prozent), das Gesundheitswesen (+69.000 oder +2,7 Prozent) sowie Pflege und Soziales (+61.000 oder +2,5 Prozent). Der Beschäftigungsrückgang gegenüber dem Vorjahr ist in zwei Branchen besonders ausgeprägt: In der Metall- und Elektroindustrie (-97.000 oder -2,2 Prozent) und im Gastge-
werbe (-83.000 oder -8,1 Prozent)
. Dabei dürfte der Rückgang im Gastgewerbe allein mit der Corona-Krise zusammenhängen, während in der Metall- und Elektroindustrie die Corona-Krise die schon vorher rückläufige Entwicklung verstärkt hat.
"

 

Das bedeutet also, dass die Kernkompetenz der deutschen Wirtschaft, die Metall- und Elektroindustrie, immer mehr hochqualifizierte Stellen abbaut, während der öffentliche Dienst immer mehr Stellen schafft und gleichzeitig immer mehr niedrig bezahlte Jobs im Gesundheitswesen und in der Pflege entstehen. Auch da fragt man sich, wie zukünftig in Deutschland Wirtschaftswachstum entstehen soll. Durch den öffentlichen Dienst?

 

Den kompletten Bericht können Sie hier downloaden.

Deutschland hat den Anschluss als Innovationsschmiede längst verloren

Dass Deutschland schon seit vielen Jahren keine Innovationsschmiede mehr ist, obwohl gerne anders behauptet, zeigen ein paar ganz einfache Fakten:

 

Wie die Zeitschrift "Welt" im Mai 2018 berichtete, legt die Liste der 1000 umsatzstärksten Unternehmen der Welt schonungslos das Zukunftsproblem der deutschen Wirtschaft offen. Mit 44 Unternehmen liegt die deutsche Wirtschaft zusammen mit Südkorea auf einem geteilten fünften Platz hinter Spitzenreiter USA sowie Japan, China und dem knapp vor Deutschland platzierten Großbritannien.

 

Doch die aufgelisteten deutschen Top-Unternehmen stammen nahezu ausschließlich aus klassischen Industriebranchen. Bei Zukunftsthemen wie IT, Digitalisierung, Biotech, Telekommunikation, Green Energy, Fintech, Onlinehandel usw. ist völlige Fehlanzeige, es dominieren hier amerikanische und zunehmend auch asiatische Anbieter.

Bereitschaft zum Unternehmerrisiko nimmt seit Jahren stetig ab

Speziell Personen mit der Ambition, als Unternehmer Karriere zu machen, sei es mit einem Start-Up, als Freiberufler oder mit neuen Ideen in neuen Technologien und zukunftsweisenden Projekten finden in Deutschland keinen guten Nährboden, ihre Idee erfolgreich wachsen zu lassen.

 

Deutschland belastet mit den nahezu höchsten Steuern und Abgaben weltweit sowie einer immer komplexer werdenden Fülle an Gesetzen, Vorschriften und Einschränkungen, die unternehmerisch Tätigen das Leben immer schwerer machen. Die deutschen Gesetze sind dafür ausgelegt, im Falle des Erfolgs massiv zu kassieren und im Falle des Scheiterns hart zu bestrafen.

 

Damit kann das unternehmerische Risiko in Deutschland schnell zu einem lebenslangen existentiellen Risiko werden:

Das deutsche Arbeitsrecht ist alles andere als unternehmensfreundlich. Wer es schafft, finanzielle Erfolge zu erzielen, findet sich schnell auf der schwarzen Liste eines potenziellen Steuerhinterziehers wieder und muss tagtäglich mit umfassenden Betriebsprüfungen rechnen, um auch das letzte aus ihm herauszuquetschen. Man hat oft in der Tat den Eindruck, in Deutschland wäre unternehmerischer Erfolg etwas Anrüchiges, während unternehmerisches Herumdümpeln von der Hand in den Mund dem Credo dem allgemein erwünschten "Unauffälligen" entspricht.

 

Viele Länder denken hier völlig anders. Speziell in angelsächsischen Ländern und auch in Asien ist der Grundsatz eines freien Unternehmertums heilig, der Staat versteht sich meist als Servicepartner, nicht wie es oft in Deutschland der Fall ist, als Überwachungs- und Einschränkungsorgan.

Wie die aktuellen Zahlen zeigen, wurden 2018 knapp 122 700 Betriebe gegründet, deren Rechtsform und Beschäftigtenzahl auf eine größere wirtschaftliche Bedeutung schließen lassen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) nach Auswertung der Gewerbemeldungen weiter mitteilt, waren das 2,2 % weniger als im Jahr 2017 und der niedrigste Wert seit fast 20 Jahren. 

 

Die Zahl neu gegründeter Kleinunternehmen lag im Jahr 2018 mit fast 169 100 um 3,4 % unter dem Vorjahreswert. Dagegen stieg die Zahl der Gründungen von Nebenerwerbsbetrieben leicht um 0,6 % auf rund 250 700. 

Insgesamt verringerte sich die Gesamtzahl der Gewerbeanmeldungen im Jahr 2018 auf rund 668 700, das waren 1,2 % weniger als im Jahr 2017. Gewerbeanmeldungen müssen nicht nur bei Neugründung eines Gewerbebetriebes erfolgen, sondern auch bei Betriebsübernahme (zum Beispiel Kauf oder Gesellschaftereintritt), Umwandlung (zum Beispiel Verschmelzung oder Ausgliederung) oder Zuzug aus einem anderen Meldebezirk. 

 

Daneben gaben rund 102 600 Betriebe mit größerer wirtschaftlicher Bedeutung gaben im Jahr 2018 ihr Gewerbe vollständig auf. Das waren 1,7 % weniger als im Jahr 2017. Die Zahl der im Jahr 2018 aufgegebenen Kleinunternehmen sank um 2,6 % auf knapp 217 400. Gestiegen ist dagegen die Zahl der Aufgaben von Nebenerwerbsbetrieben, und zwar um 4,2 % auf rund 192 800. 

Deutschland wird immer unattraktiver für Familienunternehmen

Die Rahmenbedingungen für Familienunternehmen in Deutschland werden immer schlechter. Dazu führt das Mannheimer Wirtschaftsforschungsinstituts ZEW im Auftrag der Stiftung Familienunternehmen jährlich eine Standortstudie durch. Unter den 21 untersuchten Industrienationen zählt Deutschland mit Platz 17 zu den Schlusslichtern. Noch schlechter schneiden nur Frankreich, Spanien, Japan und Italien ab. Spitzenreiter des „Länderindex Familienunternehmen“ 2020 ist Amerika, gefolgt von Großbritannien, den Niederlanden und Kanada.

 

Im aktuellen Standortvergleich von 21 Industrienationen ist Deutschland im Vergleich zu 2018 um drei Plätze auf Rang 17 abgerutscht. Deutschland erreicht die schlechteste Position in der Geschichte des „Länderindex Familienunternehmen“

 

Schwächen des Standorts Deutschland sehen die Studienautoren vor allem im Bereich der Steuerpolitik und der Kategorie „Arbeitskosten, Produktivität und Humankapital“. Hinsichtlich der steuerlichen Belastung der Unternehmen sei die Bundesrepublik im Vergleich mit den europäischen und amerikanischen Wettbewerbern „ins Hintertreffen geraten“, heißt es in der Studie. Langfristig sei eine umfassende Steuerreform daher „unerlässlich“.

 

Auch im Hinblick auf die Qualität der Infrastruktur – sowohl der Verkehrswege als auch der Informationstechnologie – sei Deutschland gegenüber den Wettbewerbern „deutlich abgeschlagen“. Hohe Strompreise sorgen dafür, dass Deutschland auch im Bereich Energie unterhalb des Durchschnitts liegt.

Der Länderindex ist 2006 das erste Mal erhoben worden. Seitdem fiel Deutschland um fünf Plätze zurück. Schlechter hat sich kein anderer untersuchter Staat entwickelt.

Deutschland und sein Problem mit der eigenen Identität

Seit einigen Jahren versucht die deutsche Politik, Deutschland als weltoffenes, vorbehaltloses und gegenüber jedem lliberales Land zu verkaufen. Das klingt zunächst durchaus positiv.

 

Doch andererseits entsteht auch immer mehr der Eindruck, Deutschland hat ein Problem mit seiner eigenen Identität. Wer heute sagt, er wäre stolz, Deutscher zu sein, muss befürchten, als Rechtsradikaler zu gelten. Wer heute die deutsche Fahne aus dem Fenster hängt oder behauptet, er wäre ein deutscher Liedermacher, wird mehr als skeptisch betrachtet. Und wer gar öffentlich behauptet, Deutschland müsse seine eigene Identität, Werte, Kultur und Religion wahren und wieder fördern, gilt definitiv als Verfassungsfeind.

 

Andererseits wiederum sind die Länder, die stolz auf ihre eigene Identität sind, auch sofort bereit, für ihre Grundrechte solidarisch zu kämpfen, wenn die Regierung beschliessen sollte, diese zu beschränken. Wie gesagt, Regierungen und Politiker neigen immer dazu, dies von Zeit zu Zeit tun zu wollen.

 

In Deutschland jedoch hat man bereits historisch betrachtet stets eine andere Einstellung gehabt. Entweder ist man komplett obrigkeitshörig und macht alles protestlos mit, oder man schaut weg. Oder man zeigt mit dem Finger auf die anderen und freut sich, wenn es ihnen schlechter geht als einem selbst oder sie von der Obrigkeit sogar bestraft werden. Doch Deutschland verändert sich durch die Zuwanderung und die demographische Veränderung zunehmend. Dadurch wird sich auch diese Einstellung immer mehr verändern. Wie allerdings, ist in der Tat sehr fragwürdig. Aber erst einmal ist in Deutschland Gendern angesagt. Und Regenbogenfarben.

 

Im Grunde genommen geht Deutschland hier einen Weg, der völlig unnatürlich ist. Wie stolz sind doch Länder wie die Schweiz, die USA, Russland, China, Spanien, Frankreich, Großbritannien, Israel und viele mehr. Und wie sehr stehen die Menschen dort hinter Entscheidungen, wenn es darum geht, die eigenen Interessen zu fördern und zu schützen. Dieses Gefühl scheint zwischenzeitlich in Deutschland völlig verloren gegangen zu sein.

Nationalfeiertag Großbritannien

Nationalfeiertag Frankreich

Nationalfeiertag Italien

Nationalfeiertag Spanien

Nationalfeiertag Russland

Nationalfeiertag USA

Die deutsche Aussenpolitik im Dilemma mit nahezu jedermann

Letztlich kann man es drehen und wenden wie man möchte: Die deutsche Aussenpolitik ist so schwammig wie noch nie in der Geschichte und gleicht einem zahnlosen Tiger.

 

Man möchte gerne Hardliner gegen China sein, doch ja nicht zu sehr. Denn sollte aufgrund Verstimmungen der Export nach China stocken, hat Deutschland eine massive Wirtschaftskrise.

 

Man möchte auch gerne Hardliner gegen Russland sein, doch ja nicht zu sehr. Denn ohne das russische Öl und Gas ist Deutschland in der massiven Energiekrise.

 

Natürlich möchte man Hardliner gegen die Briten sein, da diese die EU verlassen haben, doch auch hier ja nicht zu sehr, denn Großbritannien ist nach wie vor ein wichtiger Handelspartner und vor allen Dingen eine militärische Schutzmacht.

 

Mit den "verschwenderischen" Südländern der EU hat man vor einigen Jahren bereits (und wird es wieder) den Kurs des Hardliners eingeschlagen, doch auch hier nicht mehr zu sehr. Dafür ist die Gefahr zu groß, dass dadurch die EU und der Euro in Gefahr geraten könnten.

 

Und mit den USA will man es sich auf keinen Fall verscherzen, obwohl man sehr wohl weiss, dass es den USA völlig egal ist, ob die deutsche Politik mit "America First" einverstanden ist oder nicht. Denn diese Strategie hat sich auch nach Donald Trump nicht geändert.

Deutschland ist Weltmeister - nicht im Fußball oder der Zukunftsgestaltung, sondern bei der Steuerlast

Bei der Belastung der Arbeitseinkommen durch Steuern und Sozialabgaben ist Deutschland im OECD-Vergleich nunmehr weltweit Spitzenreiter und hat Belgien bei der Steuer- und Abgabenlast für einen alleinstehenden Durchschnittsverdiener vom bisherigen Spitzenplatz verdrängt. Dies geht aus der jüngsten Ausgabe der OECD-Studie „Taxing Wages“ hervor, die im Jahr 2020 veröffentlicht wurde.

 

Wie die unten aufgeführte Statistik der OECD zeigt, hat ein deutscher Arbeitnehmer mit ca. 40 Prozent Abzügen seines Bruttolohns in Form von Steuern und Sozialabgaben (OHNE Pflegeversicherung, Arbeitgeberanteil der Sozialversicherung, Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer) zu rechnen. Dies ist weltweit Spitze. Der OECD Durchschnitt liegt bei 25 Prozent.

 

Einige Euroländer, unter anderem Deutschland, diskutieren bereits offen darüber, dass weitere Steuererhöhungen unausweichlich sind. Die unten aufgeführten Grafiken sollen verdeutlichen, wie die Steuerlast bereits ist. Jeder Einzelne kann selbst für sich entscheiden, ob sich bei einer weiteren Steuererhöhung Arbeiten in Deutschland überhaupt noch lohnt.

Die deutschen Staatsausgaben steigen seit 2008 schneller als das Bruttosozialprodukt (GDP)

Während sich das deutsche Bruttosozialprodukt seit 2008 etwa um den Wert von 3,6 Bio. USD pro Jahr eingependelt hat und nicht mehr wesentlich steigt, sind die Staatsausgaben ohne Transferleistungen wie Arbeitslosengeld, Rentenzahlungen, Sozialleistungen usw. im gleichen Zeitraum um ca 30 Prozent von ca. 130 Mrd. USD auf 171 Mrd. USD pro Jahr angestiegen.

 

Im Trendverlauf steigen die Staatsausgaben immer weiter an, während das Bruttosozialprodukt weiter um die 3,6 Bio. Marke pendelt. Dies bedeutet, dass der deutsche Staatsapparat im Vergleich zur Wirtschaftsleistung immer teurer wird. Dies spiegelt sich in der Schaffung immer höherer Regularien, immer neuer Ämter und Referate und immer mehr staatlicher Einflussnahme wieder, ohne jedoch die Effektivität der Leistung zu verbessern.

 

Dies bedeutet also: Der deutsche Staat benötigt immer mehr Steuern oder Schulden, um seine kontinuierlich steigenden Staatsausgaben zu decken, während gleichzeitig das jährliche Bruttosozialprodukt im Trend stagniert.

 

Bitte beachten Sie: Vielfach wird als Argument gebracht, die Covid19 Krise hätte eine Ausnahmesituation herbeigeführt. Wir haben deshalb bewusst die Zahlen seit 2008, also langfristig die letzten 14 Jahre betrachtet, d.h. Zeiträume mit Krisen und Boom-Phasen, wie es auch in der Zukunft sein wird. Insofern ist der Trend durchaus zukunftsweisend.

Diese Grafik zeit die Entwicklung des Bruttosozialprodukts in Deutschland seit 2008 im Vergleich zu den Staatsausgaben ohne Transferleistungen wie Arbeitslosengeld, Sozialleistungen, Renten usw. Während das Bruttosozialprodukt (GDP) langfristig betrachtet sich um die Marke 3600 Mrd. USD einpendelt, steigt der Trend der Staatsausgaben kontinuierlich.

Diese Grafik zeit die Entwicklung des Bruttosozialprodukts in Deutschland seit 2008 jeweils im Vergleich zum Vorjahr in Prozent. Der Trend zeigt nach unten.

Diese Grafik zeit die Entwicklung der gesamten Staatsausgaben Deutschlands seit 2008 inklusive Arbeitslosengeld, Sozialleistungen, Rente usw. Diese sind seit 2008 von 250 Mrd. USD auf knapp 430 Mrd. USD angestiegen.

Diese Grafik zeigt die Entwicklung der deutschen Staatsverschuldung seit 2008. Diese sind, trotz massiv gestiegener Steuereinnahmen in den letzten Jahren, um fast 60 Prozent im Zeitraum angestiegen. Auch bei den Schulden zeigt der Trend eindeutig nach oben.

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