Was tun bei Inflation und Stagflation?

Seit 2015 drucken Zentralbanken massiv Geld und manipulieren die Zinsen. Die Covid19 Pandemie hat diesen Trend in 2020 und 2021 nochmals massiv verschärft. Vermögenspreise sind seit Jahren massiv inflationär. Nun trifft es auch die Realwirtschaft und die Konsumenten.

Der Wert des Geldes wird immer weniger. Gleichzeitig schwindet das Vertrauen von immer mehr Bürgern in die Stabilität der Politik, der Währung und der Zukunftschancen. Der Staat wiederum versucht mit immer mehr Handlungen, immer autoritärer zu werden, während die Notenbanken ihre Geldpolitik unverändert fortfahren. Die massive Inflation von knappen Gütern wie Immobilien, Aktien etc. ist bereits Realität. Doch weist vieles darauf hin, dass diese noch weiter zunimmt und unser Wirtschaftssystem in eine Stagflation münden könnte.

Die Inflation hat nun auch die Realwirtschaft und die Konsumenten in der Eurozone erreicht

Eine gefühlte Inflation ist schon lange spürbar. Ob beim Supermarkt, im Baumarkt oder an der Tankstelle: Überall ziehen die Preise massiv an. Wie katastrophal diese Situation jedoch für Geldanleger und Sparer ist, zeigen die folgenden Werte:

 

Wer sein Geld (Stand Juli 2020) derzeit anlegt, bekommt folgende aktuelle Verzinsung / Rendite nach Abzug der Inflationsrate:

 

Girokonto / Tagesgeld /Sparbuch: ca. - 3,8 - 4,3%

Bundesanleihe 10 Jahre: - 4%

Gold (ohne Kursveränderung): - 3,8%

Bitcoin (ohne Kursveränderung): - 3,8%

Bauzins 10 Jahre: - 3,3%

Neue Lebensversicherungen vor Gebühren: -2,9%

Dividendenrendite DAX Aktien: -1%

Alle Daten zeigen inflationär weiter nach oben

Begrenzt verfügbare Assetpreise wie Immobilien, Aktien, Rohstoffe, Kunstgegenstände etc. steigen seit einigen Jahren in immer höherem Maße. Zwischenzeitlich ist beispielsweise bei Immobilien eine Höhe erreicht, die es den meisten Menschen nicht mehr möglich macht, sich eine eigene Immobilie zu kaufen. In vielen Großstädten ist es zwischenzeitlich günstiger zu mieten, als zu kaufen, obwohl auch die Mietpreise immer weiter steigen.

 

Bei Aktien erleben wir ein ähnliches Szenario. Hier haben sich vielfach Blasen gebildet, da sich viele Aktienwerte mit fundamentalen Daten nicht mehr begründen lassen. Dennoch herrscht nach wie vor ein großer Überhang an Kaufwilligen, was die Preise noch weiter steigen lässt.

 

Bei Rohstoffen fand bereits seit 2020 eine Explosion der Preise statt. Viele Rohstoffe sind innerhalb eines Jahres um fast 50 Prozent gestiegen. Es herrschen Beschaffungsengpässe, und es sieht derzeit nicht so aus, als würden auch hier die Preise kurzfristig nicht mehr deutlich sinken.

 

Andersherum hatten sich auch 2020 die Löhne weitestgehend nach unten bewegt. Darüber hinaus waren Millionen von Menschen temporär ohne Arbeit und wurden in der sog. Kurzarbeit "geparkt". Doch beispielsweise in USA ziehen nun die Lohnkosten deutlich an, auch schon deshalb, weil einerseits die Nachfrage nach Arbeitskräften deutlich größer ist als das Angebot, und es sich andererseits für viele gar nicht mehr lohnt zu arbeiten. Es ist wesentlich lukrativer, staatliche Leistungen in Anspruch zu nehmen, anstatt für einen Hungerlohn, der hinten und vorne nicht ausreicht, zu arbeiten.

 

Hierzu zunächst einige Grafiken über die Entwicklung von Immobilienpreisen:

 

Entwicklung der Hauspreise in USA seit 2004. Von 2012 bis 2020 haben sich die Preise fast verdoppelt.

Diese Grafik beschreibt die jährliche Veränderung in Prozent zum Vorjahr. Im März 2021 stieg der Preis von Häusern um fast 15 Prozent im Vergleich zum März des Vorjahres.

Immobilienpreise in Kanda. Kanada steuert nahezu ungebremst auf eine gigantische Preisblase bei Immobilien zu, die zwischenzeitlich selbst Staat und Zentralbank deutlich verunsichert.

In Deutschland haben sich Immobilienpreise seit 2015 um fast 50 Prozent verteuert, die Kurve steigt exponentiell nach oben, ein Ende ist nicht in Sicht.

Bauland in Deutschland wird immer knapper und verteuert sich immer mehr. Auch hier zeigt die Kurve immer mehr exponentiell nach oben, ein Ende scheint nicht in Sicht.

Eine einfache Begründung, warum Vermögenspreise so massiv ansteigen

Man kann Inflation natürlich volkswirtschaftlich korrekt beschreiben. Doch es gibt unserer Meinung nach eine viel einfachere Erklärung, die den derzeitigen Preisanstieg bei allen Vermögenswerten, von der Immobilie über die Aktien bis hin zu Kunstobjekten, wertvollen Briefmarken, seltenen Gütern etc. sehr treffend beschreibt:

 

Wenn ein knappes Gut (Vermögensasset) gegen ein nahezu unbegrenzt vorhandenes Gut (FIAT Währung) getauscht werden soll, dann hängt der Wert des Gutes (Vermögensasset) ausschließlich davon ab, wie weit Vertrauen in das unbegrenzt vorhandene Gut (FIAT Währung) überhaupt noch vorhanden ist. Wenn also immer mehr Marktteilnehmer das Vertrauen in das unbegrenzt vorhandene Gut (FIAT Währung) in Frage stellen, dann werden diese immer mehr versuchen, dieses Gut in ein begrenztes Gut umzutauschen. Dadurch explodieren die Preise für knappe Güter immer mehr.

 

In unserer Zeit und speziell in Europa ist das Ganze noch brisanter: Denn aufgrund Null-/Negativzinsen spielt es nicht einmal mehr eine Rolle, ob man dieses Geld hat oder es sich leihen muss. Man leiht sich das Geld unbegrenzt für nichts, und wenn man es zurückzahlen muss, leiht man sich es eben neu für nichts und verschuldet sich immer weiter - für nichts. Und wenn das unbegrenzt vorhandene Gut dann komplett an Wert verloren hat, hat man es Gott sei Dank bereits gegen knappe Güter umgetauscht. Deshalb werden Reiche immer reicher, die allermeisten Menschen, die ausschließlich auf den Wert des unbegrenzt vorhandenen Gutes vertrauen müssen, immer ärmer und Staaten immer verschuldeter.

 

Das ganze Spiel bricht jedoch dann zusammen, wenn plötzlich jemand auf die Idee kommt, Zinsen zu verlangen, oder aber den unbegrenzten Zufluss des unbegrenzten Gutes zu stoppen. Das wäre eigentlich die Aufgabe der Zentralbanken, für die Stabilität und Werterhaltung ihrer jeweiligen Währung zu sorgen. Doch sie tun genau das Gegenteil.

Vermögenspreise insgesamt (also Aktien, Immobilien etc.) steigen seit 2015 unbegrenzt nach oben.

FIAT Währungen wie US Dollar, Euro etc. haben gegenüber knappen Assets (hier Gold) immer mehr am Wert verloren.

Die Marktkapitalisierung aller börsengelisteten Unternehmen hat zwischenzeitlich die 115 Billionen USD Grenze erreicht, dies ist fast eine Steigerung um 400 Prozent im Vergleich zur Finanzkrise und eine Verdoppelung zum Einbruch aufgrund der Covid19 Pandemie im März 2020. Man kann hier sehr gut den massiven Wertverfall der Währungen interpretieren.

Die Zentralbanken drucken weiter Geld, die Staaten verschulden sich weiter, der Zins wird manipuliert

Die Zentralbanken befinden sich in einem Dilemma. Denn ihrer eigentlichen Aufgabe, der Sicherstellung der Währungs- und Preisstabilität, können diese nicht mehr gerecht werden. Anstatt dessen sind sie Staatenretter geworden, drucken immer mehr Geld, um immer höhere Staatsverschuldungen zu finanzieren und manipulieren gleichzeitig Zinsen gegen Null oder negativ, damit die Staaten nicht mit noch mehr Kosten belastet werden und auch eine immer höhere Verschuldung möglich ist. Davon profitieren auch grosse Unternehmen, die sich am Kapitalmarkt finanzieren: Einerseits die bereits völlig verschuldeten Unternehmen, die ihre wirtschaftliche Existenz dadurch sichern können, sich immer weiter Kapital zu nahezu keinen Kosten zu leihen (sog. Zombieunternehmen), andererseits sehr rentable Unternehmen, die billigst Geld leihen, um damit ihre eigenen Aktien zurückkaufen und so die Rendite ihrer Aktionäre weiter erhöhen.

 

Die Kollateralschäden verbleiben beim Ottonormalverbraucher: Zum einen hat dieser keinerlei Möglichkeiten mehr, durch risikoarme Sparanlagen durch Zinsen und Zinseszinsen ein Vermögen aufzubauen oder für das Alter vorzusorgen, andererseits ist für ihn eine immer schwächere Währung das ultima ratio, obwohl er erkennt, dass diese Währung immer weniger wert wird.

Entwicklung der Zentralbank Bilanzen seit 2000-2021. Diese sind seit der Finanzkrise 2008 um 600 Prozent gestiegen.

Diese Grafik zeigt den Wertverlust von Sparguthaben bei Inflationsraten von 4,5 und 7% auf. Bei einer Inflationsrate von 5% verliert das Geld in etwa 10 Jahren ca. 45 Prozent seines Wertes.

Diese Grafik zeigt die Zunahme der Staatsverschuldung Griechenlands im Vergleich zu den Zinskosten. Durch die extreme Manipulation der EZB sind die Zinsen für Griechenland auf deutschem Niveau. Griechenland zahlt also weniger Zinsen für Schulden als die USA. Die Höhe der Neuverschuldung, Ausfallrisiken etc. spielen keine Rolle mehr.

Stagflation, das große Horrorszenario

Stagflation ist ein zusammengesetztes Wort aus Inflation und Stagnation.

 

Wenn also Preise steigen, gleichzeitig die Wirtschaft stagniert, erleben wir eine Situation, die tiefen Einfluss auf Gesellschaft und Staat haben wird. Zunächst verarmen die meisten Bürger immer mehr, während sich der Reichtum immer weiter auf einige wenige konzentriert. Gleichzeitig beginnen viele Unternehmen, Mitarbeiter zu entlassen, um ihre Kosten anzupassen. Es kommt zu einem Anstieg an Insolvenzen, da viele Unternehmen unweigerlich in Schwierigkeiten geraten. Aufgrund der hohen Preise bei deutlich geringeren Möglichkeiten, mehr Geld zu verdienen, um seine tagtäglichen Ausgaben zu decken, werden immer mehr Bürger in vom Staat abhängig, der sich wiederum immer höher verschulden muss, da Steuereinnahmen fehlen, gleichzeitig die Sozialkosten massiv ansteigen.

 

In einer Stagflation werden die Zentralbanken als Konsequenz immer weiter immer mehr Geld drucken, um die Staatsfinanzierung sicherzustellen. Dies führt jedoch zu massiven Kollateralschäden, was die Inflationsspirale immer mehr anheizen wird und das Vertrauen in die Währung immer mehr schwinden lässt. Möglicherweise geht das so weit, dass in der Bevölkerung ein Tauschhandel stattfindet und die Währung als "Tauschobjekt" nicht mehr akzeptiert wird.

 

Stagflation kann im Extremfall zu einem großen Zusammenbruch und massiven Verwerfungen führen, oder aber zu einer strikt staatlich regulierten Gesellschaft mit festgesetzten Preisen und einer Vielzahl von staatlichen Unternehmen, ähnlich wie in den sozialistischen Ländern vor 1989. Da der Staat und die Politik einen kompletten Zusammenbruch und Verwerfungen unter keinen Umständen riskieren wird, wird man sich sicherlich für immer mehr staatliche Kontrolle entscheiden.

 

Wir sind möglicherweise nicht weit weg von einer Stagflation. Denn wenn die Wirtschaft nicht schnellstens massiv anzieht und die dramatische Ausweitung der Geldmenge und die drastisch angezogene Inflation auch nur halbwegs rechtfertigt, dann haben wir Stagflation.

Wann mit massiven Problemen zu rechnen ist, welche Warnsignale gibt es

Alle Anzeichen verdichten sich, dass dies bereits kurzfristig der Fall sein könnte.

 

Denn folgende Warnsignale zeigen sich bereits:

 

+ Der Staat übernimmt immer mehr die Kontrolle und schränkt immer weiter ein

+ Staatlich kontrollierte Medien berichten einseitig und beschönigen immer mehr die Realität

+ Es kommt dadurch zu völlig unterschiedlichen Wahrnehmungen - zum einen die geschönte Darstellung der Medien und Statistiken, zum anderen die gefühlte Realität seitens der Bürger

+ Kritik am Staat wird immer weniger geduldet, eine freie Meinungsäußerung wird immer kritischer

+ Schuldenobergrenzen sind bedeutungslos und werden ohne Konsequenzen gebrochen

+ Die Volatilität an den Kapitalmärkten nimmt immer mehr zu

+ Immer mehr Kleinanleger flüchten in Kapitalmärkte und versuchen dort ihr Glück

+ Statistiken über wichtige Kennzahlen wie Arbeitslosigkeit, Inflation usw. werden manipuliert und zeigen nicht die Realität

+ Politiker versuchen, mit immer neuen Themen von der Situation abzulenken

+ Die Schere zwischen einigen wenigen Superreichen und einer Masse an mittellosen Bürgern nimmt immer weiter zu

+ Das allgemeine Vertrauen der Bürger in den Staat und die Politik schwindet, die Gesellschaft spaltet sich immer mehr

+ Die Zentralbanken begründen ihre Maßnahmen mit immer fragwürdigeren Argumenten

+ Es macht für viele Menschen immer weniger Sinn zu arbeiten, da letztlich immer weniger Netto übrigbleibt

Welche Assets grundsätzlich als Inflations- und Stagflationsschutz möglich sind

Man muss hier zwischen den sogenannten harten Assets und den weichen Assets unterscheiden. Bei den harten Assets geht es um gezielte Investitionen oder Vermögensumschichtungen in knappe Güter, die auch bei der Inflation knapp bleiben und deshalb nur in geringerem Masse Wert verlieren, jedoch schnell im Wert wieder ansteigen.

 

Bei den weichen Assets geht es um die Erhöhung der individuellen Flexibilität und die Erweiterung der persönlichen Chancen. Wer in Krisen schnell und flexibel reagieren kann, dem werden auch Restriktionen nicht viel anhaben können.

Beispiele für harte Assets sind:

Rentable und noch akzeptable Investitionen in Immobilieneigentum

Gezielte Investition in Aktien mit besten Fundamentaldaten

Investition in seltene Kunst für jemand mit Fachwissen

Investition in physische Edelmetalle wie Gold, Silber, Platin

Investition in Kryptowährungen trotz hoher Volatibilität

Investition in Rohstoffe, egal ob physisch, mit Kontrakt oder Aktien

Investition in seltene Briefmarken und Münzen

Investition in seltene Uhren und Schmuck

Investitionen in verschiedene Währungen ausser der eigenen

Beispiele für weiche Assets sind:

Auswandern oder Umzug in ein Land mit niedrigeren Kosten oder höheren Chancen

Investionen in die eigene Bildung, Ausbildung und Fachkenntnisse

Investitionen in das eigene Erst- oder Zweitunternehmen, auch nebenbei

Klug beraten ist stets, wer diversifiziert:

Bankkonto im Ausland, ebenfalls Broker im Ausland

Schliessfach im Ausland, Lagerung von Wertgegenständen im Ausland

Wohnsitz im Ausland, Geschäfts-adresse im Ausland

Welche Assets NICHT vor Inflation schützen:

Sparen auf heimischen Sparkonten, Bargeld in der eigenen Währung, Lebensversicherungen, Sparverträge

Kredite, Schulden, Kontoüberziehung, Konsumkredite, Teilzahlungskredite, sonstige finanzielle Verpflichtungen

Anschaffung von Konsumgütern wie Kfz, Kleidung, Technik usw.

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