Brexit und England Limited

Austrittsabkommen zwischen Großbritannien und der EU im Dezember 2020, Auswirkungen des Brexit auf die englische Limited.

Die englische Limited ist eine der am meisten bekannten und auch verwendeten Gesellschaftsformen überhaupt. Dies liegt zum einen daran, dass eine englische Limited zum einen äusserst flexibel gegründet, verändert und verwaltet werden kann. Zum anderen ist das der englischen Limited zugrunde liegende britische Rechtssystem (common law) sehr unternehmensfreundlich und bei weitem nicht so restriktiv, reguliert und voller Haftungsrisiken, wie dies zum Beispiel bei der deutschen GmbH (und noch schlimmer bei der UG) der Fall ist. Deshalb wird die englische Limited auch nach dem Brexit ihre Attraktivität auch über die Grenzen Englands hinaus nicht verlieren.

 

Dennoch bringt der Brexit seit dem 01.01.2021 einige deutliche Veränderungen mit sich. Es empfiehlt sich deshalb, eine Limited-Gründung zukünftig von vorne herein so zu gestalten, dass später alle Vorteile, die diese Gesellschaftsform bietet, optimal genutzt werden können.

Nach 4 Jahren zähen Verhandlungen - nun doch ein Austrittsabkommen zwischen UK und EU

Ende Dezember 2020, wenige Tage vor dem Austritt Großbritanniens aus der EU, wurde endlich ein gemeinsames Austrittsabkommen vereinbart. Hier die wesentlichen Punkte des Abkommens.

 

Zollfreiheit:

Der zoll- und kontingentfreie Zugang zur Europäischen Union bildet das Rückgrat des Brexit-Abkommens und geht über die Abkommen der EU mit Kanada oder Japan hinaus.

 

Anerkennung von Handelsregeln:

Es wird die gegenseitige Anerkennung von Handelsregeln geben. Dies bedeutet, dass die britischen Hersteller sowohl die britischen als auch die EU-Normen einhalten müssen, ebenso wie das für EU-Gesellschaften gelten wird.

 

Anerkennung von Berufsqualifikationen:

Es wird keine automatische gegenseitige Anerkennung mehr für Ärzte, Krankenschwestern, Architekten, Zahnärzte, Apotheker, Tierärzte, Ingenieure geben. Sie müssen nun die Anerkennung in dem Mitgliedstaat beantragen, in dem sie praktizieren möchten.

 

Beschränkung der Mobilität und Freizügigkeit zwischen Großbritannien und der EU:

Staatsangehörige des Vereinigten Königreichs haben nicht mehr die Freiheit, zu arbeiten, zu studieren, ein Unternehmen zu gründen oder in der EU zu leben. Für Aufenthalte von mehr als 90 Tagen sind Visa erforderlich. Die gemeinsame Koordinierung einiger Sozialleistungen wie Altersrenten und Gesundheitsversorgung wird die Arbeit im Ausland jedoch erleichtern. Gleiches gilt umgekehrt natürlich auch für Staatsangehörige der Europäischen Union, wenn sie in Großbritannien leben und arbeiten möchten.

 

Änderung der Fischereirechte in britischen Gewässern:

Das Vereinigte Königreich wird die Gemeinsame Fischereipolitik verlassen.

Der Jahresumsatz von EU-Fischerbooten in britischen Gewässern beläuft sich derzeit auf rund 650 Mio. EUR – gegenüber 850 Mio. EUR für die Fischerei-Flotte unter britischer Flagge. Neue Quoten, die den EU-Anteil um 25 % senken, sollen in den nächsten fünfeinhalb Jahren schrittweise eingeführt werden.

 

Staatliche Beihilfen für Unternehmen in Großbritannien:

Die EU hatte darauf bestanden, dass das Vereinigte Königreich seine Beihilfevorschriften anpasst. Brüssel befürchtete, dass die britische Regierung versuchen würde, durch Subventionen einen Wettbewerbsvorteil zu finden. Das Vereinigte Königreich hat diese Idee jedoch erfolgreich aus dem Abkommen ausgeschlossen. Großbritannien wird demnach eine eigene Subventionsregelung einrichten, die völlig unabhängig von der EU sein wird.

Das Vereinigte Königreich wird jedoch sicherstellen müssen, dass seine Subventionsregelung die im Vertrag festgelegten Grundprinzipien einhält. Das Abkommen ermöglicht es beiden Parteien auch, Abhilfemaßnahmen zu ergreifen, wenn es Beweise dafür gibt, dass die nationale Durchsetzungsbehörde die gemeinsamen Grundsätze nicht eingehalten hat.

 

Gemeinsame Standards und Wettbewerbsbedingungen:

Beide Seiten haben sich auf ein Mindestmaß an Umwelt-, Sozial- und Arbeitsnormen geeinigt.

Einer der größten Knackpunkte in den Gesprächen war das Beharren der EU auf einer "Evolutionsklausel" oder einem "Äquivalenzmechanismus", wie die britische Regierung es nannte.

Dies hätte es der EU ermöglicht, im manchen Fällen einseitig Zölle auf britische Waren anzuwenden. Hier ein Kompromiss erzielt. Sie ähnelt den britischen Vorschlägen mehr als den von Brüssel. Das Abkommen sieht hierzu eine „Überprüfungs- und Neuausrichtungsklausel" vor, die es beiden Seiten ermöglicht, eine formelle Überprüfung der wirtschaftlichen Teile des Abkommens, einschließlich des Mindestniveaus an Standards, einzuleiten.

 

Streitschlichtung und Streitbeilegung bei Handelsstreitigkeiten:

Dies war einer der schwierigsten Verhandlungsbereiche. Die EU befürchtete, dass das Vereinigte Königreich im Laufe der Zeit und je nachdem, welche Regierung an der Macht war, so weit von den EU-Standards abweichen könnte, dass es sich einen erheblichen Wettbewerbsvorteil verschaffen und ein "Singapur an der Themse" werden könnte. Hierzu wurde nun eine Streitschlichtung vereinbart, die wie folgt aussieht: Wenn eine der Parteien das Gefühl hat, dass der Handel verzerrt ist, kann sie nach entsprechender Konsultation Maßnahmen ergreifen. Ein sogenannter Arbitrage-Panel würde dann innerhalb von 30 Tagen zusammenkommen und entscheiden. Sollten die Maßnahmen später als fehlerhaft oder überzogen angesehen werden, kann die geschädigte Partei Ausgleichsmaßnahmen ergreifen.

 

Beteiligung Großbritanniens an europäischen Wissenschaftsprogrammen:

Das Vereinigte Königreich wird sich zukünftig als zahlendes assoziiertes Mitglied sieben Jahre lang an dem 80 Mrd. EUR schweren EU-Programm Horizont Europe beteiligen. Sie wird auch in Kopernikus und Euratom fortgesetzt.

 

Beteiligung Großbritanniens am Erasmus-Programm:

Das Vereinigte Königreich ist aus dem Hochschulaustauschprogramm ausgestiegen, da es darauf beharrt, dass es sich, um assoziiertes Mitglied zu sein, zu einem siebenjährigen Zahlungsplan verpflichten müsste. Die irische Regierung bestätigte jedoch, dass Studenten in Nordirland weiterhin Zugang zu Eramus haben werden.

 

Gemeinsame Sicherheit und Strafverfolgung:

Grenzüberschreitende polizeiliche Ermittlungen und Strafverfolgung können weiterhin fortgesetzt werden, jedoch mit Einschränkungen. Das Vereinigte Königreich wird ebenfalls nicht mehr Teil des Europäischen Haftbefehlssystems sein. Ebenso wird das Vereinigte Königreich auch kein Vollmitglied von Europol oder Eurojust mehr sein. Das Vereinigte Königreich jedoch wird einen "Mechanismus für den Zugang" zum Schengener Informationssystem beibehalten. Ferner wurde eine Vereinbarung über die gemeinsame Nutzung der Fluggastdatensätze getroffen, die Live-Daten über die Bewegung von Flug- und Fährpassagieren im Kampf gegen Terrorismus getroffen.

 

Nutzung von britischen TV-und Video-on-Demand-Diensten in der EU:

Speziell Frankreich konnte den sog. audiovisuellen Sektor erfolgreich aus dem Abkommen heraushalten, was dem Vereinigten Königreich, in dem rund 1.400 Rundfunkanstalten leben (dies sind etwa 30 % aller Sender in der EU), einen schweren Schlag versetzt hat. Denn zukünftig dürfen Großbritanniens TV- und Video-on-Demand-Dienstleister keine europaweiten Dienste mehr anbieten.

 

Berufsbedingte Reisen in die EU oder aus der EU nach Großbritannien:

Mitarbeiter, die in der EU für Unternehmen abgeordnet werden, können bis zu drei Jahre bleiben, wenn sie Führungskräfte und Spezialisten sind, und bis zu einem Jahr für Auszubildende. Kurzzeitunternehmen benötigen eine Arbeitserlaubnis und können in einem Zeitraum von 12 Monaten bis zu 90 Tage bleiben. Experten haben davor gewarnt, dass britische Geschäftsreisende und entsandte Arbeitnehmer – die für einen begrenzten Zeitraum in der EU arbeiten – mit Geldbußen rechnen müssen, wenn sie nach dem Austritt des Vereinigten Königreichs aus dem Binnenmarkt keine Vorabgenehmigung erhalten. Im Rahmen der Vereinbarung wurden nun gegenseitige Vereinbarungen getroffen, "um kurzfristige Geschäftsreisen und vorübergehende Entsendungen hochqualifizierter Arbeitnehmer zu erleichtern".

 

Regelung des Transports und Flugverkehrs zwischen Großbritannien und der EU:

Der Luft- und Güterverkehr wird wie bisher mit Passagier- und Frachtflugzeugen fortgesetzt, die weiterhin in der EU fliegen und landen können, einschließlich Zwischenflügen von Heathrow und anderen Orten im Vereinigten Königreich, die von außerhalb des Vereinigten Königreichs stammen. Die Spediteure dürfen auch weiterhin fahren, ohne dass den Ländern außerhalb der EU in begrenzter Zahl Sondergenehmigungen zugeteilt werden. Dies ist eine Erleichterung für die Logistikbranche, die befürchtete, dass Autofahrer in großer Zahl ausgesperrt werden.

Wann bietet die englische Limited zukünftig mehr Vorteile als heute, wann nicht mehr?

Wer eine Gesellschaftsform sucht, um beispielsweise in Deutschland oder Österreich Geschäfte zu betreiben und gleichzeitig seinen Firmen- und Geschäftssitz ganz oder teilweise vorort in Deutschland oder Österreich hat, sollte zukünftig besser eine der deutschen inländischen Gesellschaftsformen, wie GmbH, UG etc. wählen.

 

Wer jedoch eine Gesellschaftsform sucht, um internationale Geschäfte zu betreiben und seinen Firmen- und Geschäftssitz im Ausland hat, für den ist die englische Limited nach wie vor und wahrscheinlich sogar mehr denn je ein optimales Vehikel. Denn mit dem Austritt Großbritanniens aus der EU wird Großbritannien alles unternehmen, um etwaige Handelsdefizite zu kompensieren. Schon jetzt ist bereits im Gespräch (zum Schrecken der EU), dass Großbritannien die Körperschaftssteuer weiter senken wird und ferner plant, sogenannte Freihandelszonen einzurichten, in denen es möglicherweise sogar zu einer völligen Steuerfreiheit kommen kann. Innerhalb der EU herrscht bereits jetzt schon die Angst vor, dass sich England zukünftig zu einer Steueroase am Rand der EU entwickeln könnte.

 

Gut beraten ist deshalb in jedem Falle der, der jetzt noch eine Limited gründet und aufbaut oder eine bestehende Limited so gestaltet, dass diese den zukünftigen Anforderungen gerecht wird!

Wie Sie zukünftig alle Vorteile Ihrer englischen Limited voll ausschöpfen können:

In den letzten 10-15 Jahren wurden ca. 50.000 Limited gegründet, die ihr Geschäft nicht in England, sondern in Deutschland oder Österreich betreiben. Davon sind ca. 8.000 bis 10.000 aktiv. Sie sind dort auch als Gesellschaften mit deutschem Geschäftssitz in den jeweiligen Handelsregistern registriert, unterliegen also einer gewissen Twitterstellung zwischen dem englischen und dem deutschen Steuer- und Rechtssystem.

 

In der Tat ist diese Konstellation nicht optimal, kommen doch die vielen Vorteile einer englischen Limited nur dann zum Tragen, wenn sie eben von England aus agieren, d.h. ihren Firmen- und Geschäftssitz dort haben und nicht eben nur eine Registered Office Adresse, die meistens nur ein Briefkasten ist.

 

Wollen Sie zukünftig alle Vorteile der englischen Limited nutzen, das sind deutliche Steuervorteile, erheblich flexiblere Gesetze, mehr Unternehmerfreundlichkeit und internationale Bekanntheit, dann sollten Sie Ihre englische Limited so aufstellen oder gründen, dass es sich hierbei um eine englische Gesellschaft mit englischer Geschäftsadresse, englischem Bankkonto, englischer Buchhaltung und Steuererklärung, englischer VAT Number, englischer EORI Number und englischer Steuernummer handelt. Mit einer solchen Limited schöpfen Sie einerseits die wirklichen Vorteile der englischen Limited voll aus, zum anderen kann es Ihnen dann relativ egal sein, wie die weiteren Brexit Verhandlungen nach dem Austritt Großbritanniens aus der EU ausgehen werden. Denn Sie sind dann optimal vorbereitet.

 

Wollen Sie sich auch hinsichtlich etwaiger Zuständigkeitsdiskussionen, Steuerzuständigkeiten usw. absichern, dann empfiehlt es sich ferner, in Deutschland keine (selbstständige oder unselbständige) Niederlassung zu begründen, ferner macht es immer Sinn, wenn der Director der Limited seinen Wohnsitz oder zumindest eine qualifizierte, verifizierbare Meldeadresse ausserhalb Deutschlands hat.

 

Sie schaffen damit ein Limited Vehikel, welches Sie zukünftig jederzeit an sich verändernde Bedingungen flexibel und schnell anpassen können.

Englisches Geschäftskonto

Englische Steuernummer

Steuererklärungen in England

Die Vorteile der Limited Gründung und Verwaltung mit uns - alles aus einer Hand, direkt aus London!

Wenn Sie Ihre Limited mit uns gründen, erhalten Sie exakt diese Vorteile: Keine sogenannte „deutsche Gründung“ mit einer „Massen Registered Office Adresse“, unter der hunderte von Limited eingetragen sind und bei der jeder sofort weiß, dass diese Gesellschaft keine englische Gesellschaft ist. Ferner bieten wir in London einen ordentlichen Geschäftsbetrieb zentral in London, nebst der Möglichkeit des englischen Accountings (Buchführung) für Ihre Gesellschaft, einem echten englischen Geschäftskonto bei einer der führenden Banken vorort und vielem mehr. Dies sind Vorteile, die Ihnen keine einzige deutsche oder österreichische Gründungsagentur bieten kann. Und selbst wenn Sie ein echtes Office in London benötigen, in dem Sie beispielsweise Kunden empfangen können, bieten wir Ihnen verschiedene Möglichkeiten an.

"Echte" englische Geschäftsadresse

"Echtes" registered office

Accounting und Geschäftsbetrieb

Unser Service bei der Limited Gründung und Betreuung direkt in London

Wir bieten Ihnen einen Full Service bei der Gründung und Verwaltung der englischen Limited direkt in London an - nebst Accounting, Abgabe der Steuererklärungen sowie bei Bedarf umfassender sonstiger Dienstleistungen. Damit können Sie alle Vorteile dieser Gesellschaft nutzen, was bei einer Gründung über eine deutsche Gründungsagentur nicht möglich ist.

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