Kritische Fehler vermeiden bei der Beantragung eines Führerscheins im Ausland

Wichtige Informationen, welche Fehler bei der Beantragung eines Führerscheins im Ausland unbedingt vermieden werden sollten, Bedeutung des Umschreibecode 70D, 185 Tage Regelung bei der Einhaltung der Wohnsitzerfodernisse.

Wenn Sie sich für einen Führerschein aus dem Ausland interessieren, sollten Sie einige grundlegende Dinge beachten. Dies gilt sowohl für England, aber auch für die gesamte Europäische Union, also zum Beispiel auch für Führerscheine aus Polen, Ungarn, Tschechien usw. Wir haben hier einige der wichtigsten Punkte zusammengefasst, die wir Ihnen gerne nahelegen möchten.

Man kann es nicht oft genug wiederholen - nur ein gültiger und rechtlich sattelfester Führerschein sichert Ihre Mobilität!

Für viele ist der Führerschein ein existentiell notwendiges Gut und kann zu erheblichen existentiellen Problemen führen, wenn er aufgrund eines Deliktes entzogen wurde. Es ist deshalb durchaus verständlich, dass bei Personen, bei denen die Wiedererteilung im Ausland nicht funktioniert hat, die Enttäuschung und Frustration groß ist. Eine Wiedererteilung oder Umschreibung eines Führerscheines im Ausland ist jedoch stets ein rechtlich komplexes Verfahren, welches in der Regel stets fundierte Kenntnisse über die jeweilige Rechtslage und behördlichen Arbeitsweise in den unterschiedlichen Ländern (der ausstellenden Behörde und der beantragenden Behörde) voraussetzt. Und selbst ein neu erworbener Führerschein kann unter bestimmten Voraussetzungen ungültig sein oder im Nachhinein als ungültig erklärt werden, wenn man Fehler macht. 

Wiedererteilungen sind rechtlich stets komplex

Einer Wiedererteilung ist stets eine Vorgeschichte vorangegangen, also meist ein Straftatbestand wie z.B. Alkohol im Straßenverkehr, ein polizeilicher Entzug, eine gerichtliche Verhandlung, in der Regel eine staatsanwaltschaftliche Ermittlung und manchmal sogar eine richterliche Verurteilung.

Eine Wiedererteilung, die zu einem LEGALEN Führerschein führen soll, ist ein kompliziertes, rechtliches Verfahren und niemals "easy going", wie sich so mancher das vorstellt. Da es sich noch dazu um ein behördliches Verfahren handelt, an dem in der Regel zwei unterschiedliche Länder mit unterschiedlichen Rechtssystemen (Deutschland, England) und unterschiedlichen Behörden (KBA und DVLA) in noch dazu unterschiedlichen Sprachen (Deutsch/Englisch) beteiligt sind, können stets Probleme auftreten.

Was sind Schlüsselcodes / Umschreibecodes in Führerscheinen, welche Bedeutung haben diese?

Schlüsselzahlen sind Teil der amtlichen Zulassung von Personen zum Straßenverkehr in der Europäischen Union. Sie sind auf der Rückseite eines EU-Führerscheins in der Spalte 12 eingetragen. Die dort jeweils eingetragenen Schlüsselzahlen zeigen an, ob und welche Beschränkungen der Fahrerlaubnis oder Auflagen für den betreffenden Führerscheininhaber bestehen. Rechtsgrundlage für solche Beschränkungen und Auflagen ist seit der europäischen Harmonisierung des Fahrerlaubnisrechts am 1. Januar 1999 die Richtlinie des Rates vom 29. Juli 1991 über den Führerschein, und der Neufassung vom 20. Dezember 2006 die Richtlinie 2006/126/EG über den Führerschein in deren Anlage I die harmonisierten Gemeinschaftscodes mit den Kennnummern 01 bis 99 aufgelistet sind.

Für einen Teil der Schlüsselzahlen gibt es lediglich den zweistelligen „Hauptschlüssel“, für andere eine weiter differenzierte Unterteilung mit ebenfalls zweistelligen Unterschlüsseln. Für einen Teil der Auflagen und Beschränkungen ist es den einzelnen Staaten freigestellt, die Unterschlüssel zu benutzen oder wegzulassen, für andere Teile ist jedoch die Benutzung der Unterschlüssel Pflicht für alle Staaten.

Während die EU-Richtlinie die gemeinsamen Codes festlegt, wird deren eigentliche Ausführung durch jeweilige nationale Rechtsverordnungen bestimmt. In Deutschland ist dies die Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV), deren § 23 in Absatz (2) besagt:

 „Ist der Bewerber nur bedingt zum Führen von Kraftfahrzeugen geeignet, kann die Fahrerlaubnisbehörde die Fahrerlaubnis soweit wie notwendig beschränken oder unter den erforderlichen Auflagen erteilen. Die Beschränkung kann sich insbesondere auf eine bestimmte Fahrzeugart oder ein bestimmtes Fahrzeug mit besonderen Einrichtungen erstrecken.“

Was bedeutet der Umschreibe Code 70D und wann ist dieser schädlich und wann nicht?

Die EU hat internationale Schlüsselcodes zusammengefasst und vereinheitlicht, die in der gesamten EU nunmehr Gültigkeit haben. Man findet diese Schlüsselcodes zum Beispiel auf der Rückseite seines Führerscheines.

 

Der Code "70" besagt nichts anderes, als dass der Führerschein umgeschrieben wurde, also auf der Grundlage eines bereits existierenden Führerscheins basiert. Der Code "D" steht hierbei für Deutschland, jedes Land hat sein eigenes Länderkennzeichen (z.B. CZ Tschechien, GB Grossbritannien usw.).

 

Dieser Code ist also zunächst völlig wertneutral und natürlich nicht schädlich. Denn die Umschreibung eines gültigen Führerscheins in einen anderen ist ein rechtlich völlig legales Vorhaben ohne jegliche Konsequenzen.

 

Schwierig wird die Sachlage nur dann, wenn der ursprüngliche Führerschein ungültig war. Dann wurde aufgrund eines ungültigen Führerscheins ein anderer Führerschein umgeschrieben. Hier gilt der Grundsatz, dass dann auch der umgeschriebene Führerschein ungültig ist, was natürlich auch richtig ist.

 

Wenn ein Führerschein nicht umgeschrieben wurde, also zum Beispiel Führerschein, der völlig neu gemacht wurde, ist selbstverständlich auch dieser Code nicht auf dem Führerschein abgedruckt.

 

Fazit:

 

D70 Code schädlich dann, wenn der alte Führerschein ungültig war, ansonsten nicht schädlich!

185 Tage Regelung als Voraussetzung beim Neuerwerb eines Führerscheins im Ausland

Bei einem Führerschein Neuerwerb im EU Ausland (also auch in England) ist die sog. 185 Tage Regelung einzuhalten. Das bedeutet, dass sich eine ausländische Behörde (also z.B. auch die DVLA) erst dann für Ihre Führerschein Angelegenheit zuständig fühlt, wenn sie davon ausgeht, dass Sie sog. UK Resident sind, also auch in England Ihren Wohnsitz haben. So sieht es auch das Gesetz im übrigen EU weit vor, diese Regelung gilt also auch für jeden Führerschein eines anderen Landes der EU!

 

Sie müssen beim Thema Führerschein also immer davon ausgehen, dass die jeweilige Behörde (egal, ob in England, Deutschland, Italien oder sonstwo) davon ausgeht, dass Sie nunmehr in dem entsprechenden Land  wohnen und dort Ihren Führerschein machen möchten, um dann Ihrer Arbeit usw. nachgehen zu können. Ob Sie damit in einem anderen Land, zum Beispiel in Deutschland oder in Amerika Auto fahren möchten, interessiert die Behörde natürlich nicht.

 

Denken Sie also immer auch "anders herum". Auch einer deutschen Behörde ist es grundsätzlich egal, ob Sie mit Ihrem deutschen Führerschein in England oder Spanien Auto fahren möchten oder dort zum Beispiel einen Entzug, eine MPU Auflage oder eine Sperre haben.

Führerschein Neuerwerb in England - in der Regel schnell und günstig machbar, wenn die Voraussetzungen stimmen!

Wenn die Wiedererteilung einer Fahrerlaubnis nicht möglich ist, weil z.B. die Fahrerlaubnis endgültig entzogen wurde, bietet sich die Möglichkeit des Neuerwerbs eines Führerscheins an.

 

Grundsätzlich startet der Neuerwerb eines EU Führerscheins in England mit Beantragung einer sogenannten „provisional licence“ die dann nach Erfüllung von durch die englische Führerschein Behörde DVLA vorgegebenen Auflagen in eine „full licence“, also einen komplett neuen und überall anerkannten EU Führerschein (selbstverständlich auch in Deutschland) umgewandelt wird.

Der gesamte zeitliche Ablauf des Neuerwerbs hält sich hierbei im Rahmen des durchaus Machbaren. Durchschnittlich sollte mit einem zeitlichen Ablauf von ca. 6 - 10 Wochen gerechnet werden.

Wesentliche Voraussetzung hierbei war und ist die Einhaltung der Wohnsitzerfordernisse als Grundlage für die Zuständigkeit der ausländischen Führerscheinbehörde. Der grosse Vorteil des Neuerwerbs liegt dann jedoch in seiner rechtlichen Unangreifbarkeit. Da es sich hierbei um einen völlig neuen Führerschein handelt, werden damit strittige Punkte, die bei der Wiedererteilung manchmal auftreten können, von vorne herein ausgehebelt. Ein neu erworbener Führerschein führt somit immer zur erwünschten Mobilität ohne Wenn und Aber und kann in jedem Land, natürlich auch in Deutschland, unbegrenzt eingesetzt werden.

Grundsätzlich läuft der Neuerwerb eines EU Führerscheins in England in folgenden Phasen ab:

 

1. Beantragung einer sog. provisional licence bei der englischen Führerscheinbehörde DVLA

2. Beantragung etwaiger Sonderbedingungen bei der DVLA, wie z.B. Anerkennung der Prüfung

3. Start der Vorbereitung zur Theoretischen Prüfung

4. Start der Vorbereitung zur Praktischen Prüfung

3. Anmeldung zur Theoretischen Prüfung

4. Anmeldung zur Praktischen Prüfung

5. Theoretische und Praktische Prüfung

6. Umwandlung der provisional licence in eine full licence, also einen gültigen EU Führerschein

Einer der größten Fehler, den Sie machen können - mit einer Billigadresse sparen Sie garantiert am falschen Ende!

Laut EU Richtlinie werden ausländische Führerscheine in einem anderen Mitgliedsland nur dann anerkannt, wenn die sogenannten Wohnsitzerfordernisse eingehalten werden.

Stellen Sie sich bitte folgendes "worst case" Szenario vor:

Stellen Sie sich vor, Sie haben eine Wiedererteilung oder Umschreibung geschafft und sind im Besitz eines Führerscheines aus England. Bei der auf Ihrem Führerschein abgedruckten Wohnsitzadresse handelt es sich jedoch um eine günstige „Postresidenz, Postadresse, Private Postadresse oder ähnliches“.

Einige Jahre später haben Sie einen Unfall, schlimmstenfalls auch noch mit einem Personenschaden. Gehen Sie dann davon aus, dass die deutsche Behörde, Polizei und unter Umständen auch die Staatsanwaltschaft intensiv prüfen wird, ob die auf Ihrem englischen Führerschein abgedruckte Wohnadresse auch eine tatsächlich vorhandene Wohnadresse war oder es sich dabei um eine „Fakeadresse, reine Postkasten / Briefkastenadresse oder völlig überbelegte Adresse handelte. Wird man Ihnen das nachweisen können (und das wird man!), wird man die Gültigkeit Ihres Führerscheins anzweifeln und Ihnen die Straftat „Fahren ohne gültige Fahrerlaubnis“ vorwerfen. Dies könnte für Sie gravierende Folgen haben. Denn bei einem Personenschaden könnte dann schnell eine „fahrlässige Körperverletzung“ mit erheblichen strafrechtlichen und dann auch finanziellen Risiken daraus werden.

Unser dringender Ratschlag – sparen Sie ja nicht am falschen Ende:

Bitte sparen Sie niemals an der Qualität Ihrer Wohn- oder Meldeadresse in England, auf die Ihr Führerschein angemeldet werden soll. Gehen Sie immer davon aus, dass Sie zum Beispiel für 10, 20 oder 30 Euro pro Monat niemals eine Adresse erhalten werden können, die einer Überprüfung standhaltenden wird – denn Hand aufs Herz: Wenn Sie darüber nachdenken, ob Sie so etwas zum Beispiel in Deutschland für diesen Betrag erhalten könnten, werden Sie sicherlich bestätigen, dass dies schlicht und einfach gesagt unmöglich ist!

Eine "Meldeadresse in England für 10-30-- Euro im Monat" - wann erfüllt diese Ihren Zweck?

Bei einer "Meldeadresse" (besser gesagt reine Postadresse) für 10 - 30.-- Euro pro Monat, wie sie von verschiedenen Anbietern im Netz offeriert wird, müssen Sie bei logischer Betrachtung davon ausgehen, dass diese niemals als Beweis der Einhaltung der gesetzlich vorgeschriebenen Wohnsitzerfordernisse standhalten kann. Solche Billigadressen sind sicherlich nutzbar, wenn es zum Beispiel um Standardpost ohne besondere Wichtigkeit geht. Bei Führerscheinen jedoch kann (wird) Ihnen die Verwendung einer solchen Adresse bei der Antragstellung früher oder später zum Verhängnis werden. Wir kennen Fälle, bei denen ein Führerschein selbst nach Jahren rückwirkend wieder aberkannt wurde (nebst Verfahren), weil eine solche Adresse bei der Antragstellung verwendet wurde. Passen Sie also auf!  

Und noch ein weiterer Ratschlag:

Glauben Sie niemals, dass die englische Führerschein Behörde DVLA sich in Unwissenheit badet oder gar hinter dem Mond lebt. Selbstverständlich kennen die Behörden sogenannte „Postresidenzen“ und werden Ihnen auch im Nachhinein sofort den Führerschein wieder aberkennen, wenn die Behörde DVLA feststellt, dass Sie mit einen solchen Adresse bei der Beantragung gearbeitet haben.  Darüber hinaus haben Sie dann möglicherweise neben den oben genannten Risiken auch noch mit einem Verfahren in England (neben einem event. Strafverfahren in Deutschland wegen Fahren ohne Fahrerlaubnis) zu rechnen.

Finger weg von...

Briefkasten Adressen

Officeservice, Mailingprovider

Unverifizierte oder Fake Adressen

An alle Inhaber eines britischen Führerscheins ohne plausible und aktuell gültige Adressangabe auf dem Führerschein: Passen Sie bitte auf!

Der englische Führerschein erfüllt in England zum einen natürlich den Zweck, dass er die Fahrerlaubnisklassen im Strassenverkehr dokumentiert. Er dient andererseits aber auch als offizielles Ausweisdokument ähnlich dem deutschen Personalausweis (nachdem der britische Personalausweis bereits vor Jahren abgeschafft wurde).

 

Haben Sie auf Ihrem britischen Führerschein eine Adresse, die mit der Realität nicht mehr übereinstimmt, oder aber eine Adresse, unter der Sie seit Jahren keinen Zugriff mehr haben oder gar eine Post- oder Briefkastenadresse, dann sollten Sie höchst vorsichtig sein und diese sofort modifizieren.

 

Denn es drohen gleich 2 Gefahren: Zum einen kann Ihnen die britische Behörde hier ein kostenintensives Verfahren anhängen und Ihnen sogar den Führerschein sofort entziehen, da Sie verpflichtet sind, die Adresse stets aktuell zu halten. Zum anderen kann Ihnen im Falles des Falles, also zum Beispiel bei einem Unfall oder einer Kontrolle in Deutschland die Behörde die Auflage machen, einen Beweis dafür zu erbringen, dass Sie unter der angegebenen Adresse auch tatsächlich angemeldet sind.

 

Dies passiert übrigens regelmäßig mit Führerscheinen aus Polen, Tschechien und Ungarn. Sollten Sie dann jedoch nicht in der Lage sein, diesen Beweis zu erbringen, kann Ihnen die Gültigkeit des Führerscheins in Deutschland sofort entzogen werden, da man Ihnen vorwirft, Sie hätten die Wohnsitzerfordernisse nicht eingehalten.

Seriöse, individuelle Hilfestellung aus der Praxis zum Thema Führerschein Wiedererteilung / Neuerwerb in England

Wenn Sie sich fundiert informieren möchten, ob die Wiedererteilung Ihres deutschen Führerscheines in England (und auch in anderen EU Ländern) möglich ist, ob Sie damit eine MPU Auflage umgehen können oder ob es mehr Sinn macht, in England den Führerschein neu zu erwerben, bieten wir Ihnen eine individuelle Intensivberatung aus erster Hand an.

Wir sehen uns hierbei Ihre Unterlagen und Vorgeschichte an und interpretieren Ihre Unterlagen des Kraftfahrtbundesamtes KBA oder der Führerscheinbehörde. Wir kennen die rechtlichen Anforderungen in Großbritannien und seitens der englischen Führerscheinbehörde DVLA und können Ihnen dann seriöse Empfehlungen aussprechen.

Print Print | Sitemap
© Golden Team Finance Limited