FATCA Verpflichtung mit USA - Meldung von Bankdaten seit 2015

Bitte beachten Sie diese Regeln, wenn Sie amerikanischer Staatsbürger sind oder in einem engen privaten oder geschäftlichen Zusammenhang mit den USA stehen.

Das FATCA-Abkommen verpflichtet viele internationale Banken, von ihren Kunden eine Selbstauskunft einzuholen, wenn deren Guthaben den Gegenwert von umgerechnet 50.000 US-Dollar übersteigt. Meldepflichtig sind alle Konten und Depots; egal in welcher Währung sie geführt werden. Die Bankkunden müssen in diesen Auskünften offenlegen, ob sie US-Bürger sind oder einen Wohnsitz in den USA haben. Wer eines von beiden hat, benötigt eine US-Steuernummer und muss diese der Bank angeben. Die Bank muss diese Daten an das BZSt geben, welche sie dann an die US-Finanzverwaltung weiterleitet.

Wissenswertes zu FATCA

Rechtliche Grundlagen

 

Am 31. Mai 2013 wurde das Abkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und den Vereinigten Staaten von Amerika zur Förderung der Steuerehrlichkeit bei internationalen Sachverhalten und hinsichtlich der als Gesetz über die Steuerehrlichkeit bezüglich Auslandskonten bekannten US-amerikanischen Informations- und Meldebestimmungen (FATCA-Abkommen) unterzeichnet. Das Zustimmungsgesetz zum Abkommen ist am 16. Oktober 2013 in Kraft getreten. Das FATCA-Abkommen wurde am 11. Dezember 2013 wirksam.

 

Mit Ermächtigung des § 117c Abgabenordnung (AO) wurde die FATCA-USA-UmsV erlassen. Der Entwurf eines BMF-Schreibens zu Anwendungsfragen im Zusammenhang mit dem FATCA-Abkommen wurde veröffentlicht.

 

Erhebung und Übermittlung von Daten

 

Meldende Finanzinstitute sind verpflichtet, in Bezug auf US-amerikanische meldepflichtige Konten folgende Daten zu erheben und bis zum 31. Juli des jeweiligen folgenden Kalenderjahres nach amtlich vorgeschriebenem Datensatz an das BZSt zu übermitteln bzw. durch einen Fremddienstleister übermitteln zu lassen:

 

  • Name, Anschrift und US-amerikanische Steueridentifikationsnummer
  • Kontonummer
  • Name und Identifikationsnummer des meldenden deutschen Finanzinstituts
  • Kontostand oder -wert zum Ende des betreffenden Kalenderjahres, oder – bei Auflösung eines Kontos im Laufe des Kalenderjahres – zum Zeitpunkt der Kontoauflösung

 

Seit dem Kalenderjahr 2015 sind zusätzlich folgende Daten zu übermitteln:

 

  • Bei Verwahrkonten jeweils der Gesamtbruttoertrag der Zinsen, der Dividenden und anderer Einkünfte, die mittels der Vermögenswerte dieses Kontos erzielt und diesem gutgeschrieben wurden.
  • Bei Einlagekonten der Gesamtbruttoertrag der Zinsen, die auf das Konto eingezahlt oder diesem gutgeschrieben wurden.
  • Bei allen anderen Konten der Gesamtbruttobetrag, der in Bezug auf das Konto an den Kontoinhaber gezahlt oder diesem gutgeschrieben wurde und für den das meldende deutsche Finanzinstitut Schuldner ist. Die Gesamthöhe aller im Meldezeitraum geleisteten Einlösungsbeträge ist einzuschließen.
  • Bei Verwahrkonten die Gesamtbruttoerlöse aus der Veräußerung oder dem Rückkauf von Vermögensgegenständen, die auf das Konto eingezahlt oder diesem gutsgeschrieben wurden und für die das Finanzinstitut als Verwahrstelle, Makler, Bevollmächtigter oder anderweitig als Vertreter für den Kontoinhaber tätig war.

 

Die von den Finanzinstituten an das BZSt gemeldeten und übermittelten Daten werden vom BZSt bis zum 30. September des Kalenderjahres, das auf das Kalenderjahr folgt, auf das sich die Daten beziehen, an den IRS weitergeleitet.

 

Im Gegenzug erhält das BZSt von den amerikanischen Behörden Daten zu deutschen meldepflichtigen Konten im Sinne des Abkommens, welche an die zuständigen Landesfinanzbehörden zur Durchführung des Besteuerungsverfahrens weitergeleitet werden.

 

Definition eines meldepflichtigen Kontos

 

Ein US-amerikanisches meldepflichtiges Konto ist ein von einem meldenden deutschen Finanzinstitut geführtes Finanzkonto, dessen Kontoinhaber

 

  • eine spezifizierte Person der Vereinigten Staaten von Amerika oder
  • ein nicht US-amerikanischer Rechtsträger ist, der von mindestens einer spezifizierten Person der Vereinigten Staaten von Amerika im Sinne des Abkommens beherrscht wird.

 

Die Finanzinstitute müssen bei der Identifizierung und Meldung von US-amerikanischen meldepflichtigen Konten die im Abkommen definierten Sorgfaltspflichten beachten. Das Verfahren zur Erfüllung der Sorgfaltspflichten bei natürlichen Personen ist von dem Verfahren bei Konten von Rechtsträgern zu unterscheiden.

 

Sollten einem Finanzinstitut Informationen in den vorhandenen Kundendaten vorliegen, die auf eine mögliche US-amerikanische Steuerpflicht eines Kunden deuten, wie z. B. eine US-amerikanische Staatsbürgerschaft, eine US-amerikanische Adresse oder eine US-amerikanische Telefonnummer, ist das Finanzinstitut verpflichtet, eine entsprechende Meldung an das Bundeszentralamt für Steuern zu veranlassen. Damit das Finanzinstitut dieser Verpflichtung nachkommen kann, sind die Kunden verpflichtet, eine sogenannte Selbstauskunft – ggf. in Form des Formulars W9 des IRS – abzugeben. Sollte es sich bei dem Kunden um keine US-Person im steuerliche Sinne handeln, muss der Kunde dem Finanzinstitut entsprechende Nachweise zur Verfügung stellen, damit dieses die Kundendaten ergänzen und aktualisieren kann.

Bitte beachten Sie, dass nicht nur Deutschland, sondern viele internationale Staaten dieser FATCA Verpflichtung beigetreten sind. Sie müssen also auch in anderen Ländern damit rechnen, die entsprechenden Angaben bei Kreditinstituten und Finanzierungsgesellschaften machen zu müssen, wenn Sie betroffen sind.

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