Grundlage Bankkonto im Ausland

Warum ein oder mehrere Bankkonten im Ausland die finanzielle Sicherheit und persönliche Unabhängigkeit deutlich erhöhen kann.

Vorneweg gesagt - wir leben finanziell in einer höchst gefährlichen Zeit. Die Staaten sind gnadenlos verschuldet und versuchen immer härter, an das Geld ihrer Bürger zu kommen, Aktien und Immobilien befinden sich in einer noch nie dagewesenen Blase, die Leitzinsen sind zum grossen Teil im noch nie dagewesenen Negativ Zinsbereich, die Pfändungen erleben eine Epedemie, die Schere zwischen arm und reich ist so weit offen wie seit der industriellen Revolution im 19. Jahrhundert nicht mehr. Wer glaubt, das wird schon gutgehen, ist unserer Meinung nach erheblichen Risiken ausgesetzt. 

Wie der Hausbank der Garaus gemacht wurde

Bis vor wenigen Jahren war es die übliche Gepflogenheit der weitaus meisten Privatpersonen und Gewerbetreibenden in Deutschland, ihr Bankkonto, sei es nun privat oder geschäftlich genutzt, bei einem inländischen Kreditinstitut zu führen. Dieses Kreditinstitut erhielt dann den etwas liebevollen Ausdruck "Hausbank" aus der guten alten Zeit. Meist übernahm das Institut, sei es nun die hiesige Sparkasse oder Volksbank oder eine der Geschäftsbanken die Deutsche Bank oder Commerzbank dann auch Finanzierungen wie die Baufinanzierung, einen Geschäftskredit, selbst Versicherungen wurde über die "Hausbank" abgeschlossen. Der "Banker" war der Vertraute, der Freund, der Berater und der finanzielle Retter bei Engpässen oder besonderen Ereignissen.

 

Diese heile Welt fand seit der Finanzkrise vor etwa 10 Jahren einen abrupten Abbruch. Plötzlich wurde auch dem kleinsten Handwerker im letzten Ort hinter der Genze bewusst, dass der "Banker" kein Vertrauter, Freund oder guter Berater war, sondern vielmehr nur zu oft ein skrupelloser Zocker, der ohne Gewissen und ohne mit der Wimper zu zucken das Vermögen anderer aufs Spiel setzte und verspielte. Plötzlich musste eine bis dato als solide geltende Commerzbank mit Steuergeldern vor der Pleite geschützt werden und ist bis heite noch nicht aus der Misere heraus, plötzlich wurde entdeckt, in welche Wetten Landesbanken und Hypothekenbanken verstrickt waren, plötzlich war die gesamte doch so "seriöse Finanzwelt" dem Abgrund näher als jemals zuvor.

Die Anzeichen für die nächste Krise häufen sich wieder - Blasen, Verschuldung, Zinsen

Seit dieser Krise hat sich die gesamte Finanzbranche, jedoch auch die Staaten und deren Finanzen sowie auch das  gesamte wirtschaftliche Umfeld nahezu dramatisch verändert. Zum einen führen die immer dramatischer zunehmenden Verschuldungen der Staaten sowie die immer größer werdenden offenen Löcher in der Haushaltskasse zu einer immer gnadenloser werdenden Form der Eintreibung von Forderungen durch öffentlich rechtliche Institutionen, seien diese nun berechtigt oder nicht. Schnelle Kontopfändungen sind als Druckmittel auf den „säumigen Bürger“ heute die Regel, selbst bei Kleinbeträgen von 100 Euro wird dieses Druckmittel gnadenlos genutzt.

 

Zum anderen herrscht ein immer stärker werdender Wunsch der Staaten und Behörden, den Bürger immer mehr  „gläsern“ zu machen, so dass heute insbesondere inländische Bankdaten jederzeit und ohne Gerichtsbeschluss abgerufen werden können, um sich so einen „schnellen Überblick“ verschaffen zu können. War die Grundlage dieser vielen Beschlüsse ursprünglich die Verhinderung von Terrorfinanzierung und Geldwäsche, so ist dieses Primärziel sehr schnell in den Hintergrund geraten.

 

Gleichzeitig hat die nunmehr seit nahezu 10 Jahren anhaltende Null- oder Niedrigzinsphase der Zentralbanken dazu geführt, das immer mehr Geld in den Finanzmarkt gespült wurde, was bei Anlagen wie Immobilien und Aktien zu noch nie dagewesenen Blasen geführt hat. Gleichzeitig stiegen die Löhne nahezu nicht, so dass sich die Schere zwischen arm nun reich letztmals zu Zeiten der Industriealisierung im 19. Jahrhundert so stark öffnete. Und eine Erhöhung der Leitzinsen, welches nun dringend notwendig sein sollte, scheitert kläglich, da die meisten Staaten die Niedrigzinsphase nicht zur Konsolidierung genutzt haben, sondern um sich noch mehr - höher als jemals zuvor - zu verschulden und steigende Zinsen nicht verkraften können.

 

Es ist nur eine Frage der Zeit, bis dieses Spiel ein dramatisches Ende finden wird.

Früher haben die weitaus meisten Privatpersonen und Gewerbetreibenden in Deutschland ihr Bankkonto, sei es nun privat oder geschäftlich, bei einem inländischen Kreditinstitut geführt. Diese Bank wurde Hausbank genannt und übernahm in der Regel alle Finanzdienstleistungen. Dies war über viele Jahrzehnte sicherlich der richtige Schritt. Wer dies jedoch jetzt noch macht, handelt gegenüber seinem Vermögen höchst fahrlässig. Vertrauen Sie keiner einzigen Bank, setzen Sie niemals alles auf eine Bank oder ein Land. Die nächste Krise kommt unerwarteter, als Sie sich vorstellen können.

US Autokredite, Studienkredite

US Konsumentenkredite

NYSE Margin Debt Growth

England Verschuldung

Autokredite England

China Verschuldung

Epedemie der Kontopfändungen

Im Jahr 2006 betrug der Anteil der Kontopfändungen von Girokonten in Deutschland etwa 350.000 bis 370.000 pro Monat. Diese haben sich im Jahr 2014 auf ca. 550.000 Kontopfändungen pro Monat bald verdoppelt. Der Anteil der öffentlichen Forderungen liegt hierbei bei etwa 50-60 Prozent.

 

Die Kontopfändung ist eine Form der Zwangsvollstreckung. Sie ist in den §§ 829 ff. ZPO  geregelt.

 

Es werden hierbei insbesondere zwei Arten von Kontopfändungen unterschieden:

 

  • Der Pfändungs- und Überweisungsbeschluss (PfÜB) gem. § 829 ZPO. Er wird mit der Zustellung des PfÜB an die Bank rechtswirksam.
  • Die Pfändungs- und Einziehungsverfügung durch Behörden wie z.B. dem Finanzamt (§§ 281, 282, 309, 314, 315 AO). Hier wird die Pfändung mit der Zustellung der Einziehungsverfügung an die Bank bewirkt (§ 309 Abs. 2 AO).

 

Sowohl beim Pfändungs- und Überweisungsbeschluss als auch der Einziehungsverfügung gelten Beschränkungen und Verbote, welche nach den §§ 850 bis 852 der ZPO (gemäß § 319 AO oder § 5 VwVfG) und anderen gesetzlichen Bestimmungen für die Pfändung von Forderungen und Ansprüchen geregelt sind.

Erweiterter Handlungsspielraum seit 2013 für deutsche Gerichtsvollzieher

Zum 01. Januar 2013 trat in Deutschland das „Gesetz zur Reform der Sachaufklärung in der Zwangsvollstreckung“ in Kraft.

 

Die darin vorgesehenen Neuregelungen sollen es Gläubigern künftig erleichtern, schneller und einfacher an Informationen über die wirtschaftlichen Verhältnisse des Schuldners zu gelangen. Neu geregelt wurde hier, dass der Gerichtsvollzieher nunmehr vollumfänglich in der Lage ist, auch bestehende Bankverbindungen oder Depots ausfindig zu machen. Dazu sind die Kreditinstitute gemäß § 24c Abs. 1 KWG verpflichtet, Auskunft zu erteilen. Häufig stehen Sie als Gläubiger vor dem Problem, dass Sie nicht wissen, bei welcher Bank der Schuldner ein Konto unterhält oder Sie haben den Verdacht, dass der Schuldner noch über ein weiteres, bisher unbekanntes Konto verfügt, über welches er Zahlungen abwickelt.

 

Unter den oben genannten Voraussetzungen ist es dem Gerichtsvollzieher künftig gestattet, über die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) auf eine Datei mit Konto- bzw. Depotnummern zuzugreifen, um herauszufinden, ob und ggf. bei welchem Kreditinstitut der Schuldner ein Bankkonto verfügt oder ein Depot unterhält.

 

Dies kann jedoch nur bei inländischen Bankkonten erfolgen.

Das leidige Thema mit der Schufa - was bedeuten negative Einträge?

Ein negativer Schufa-Eintrag deutet stets auf die nicht vorhandene Möglichkeit oder die selbst verschuldete Versäumnis einer Forderung rechtmäßig nachzukommen, ganz gleich auf welche Weise er entstanden ist.

 

Für die Vertragspartner der Schufa ist ein negativer Eintrag ein Alarmsignal, woraufhin in der Regel jede Vertragsabwicklung mit der betreffenden Person abgewehrt wird, ohne dass nach dem Grund, geschweige denn nach der Rechtfertigung, der negativen Vermerke gefragt wird.

 

Es spielt keine Rolle, ob es sich um eine Zahlungsunfähigkeit aufgrund finanzieller Engpässe, ein selbst verschuldetes Versäumnis oder eine Zahlungsverweigerung aufgrund nicht erhaltener oder mangelhafter Leistungen handelt. Zumeist werden die Betreffenden sofort als Kriminelle angesehen und sie unweigerlich zu Menschen zweiter Klasse degradiert. Es ist Kunden mit einer negativen Schufa kaum bis gar nicht möglich, Verträge, seien es nun Baufinanzierungen, Kredit-, Handy-, Internet-, Leasing- oder gar Mietverträge abzuschließen. Auch größere Einkäufe können nicht mehr in Raten abgezahlt werden und Handwerksbetriebe können nicht mehr mit notwendigen Instandsetzungen beauftragt werden. Kurz gesagt, verhindert ein negativer Schufa-Eintrag die Teilnahme am alltäglichen Wirtschaftsleben und drängt Betroffene ins materielle und schließlich ins soziale Abseits.

 

Umso ärgerliches ist es, sollten die Eintragungen nicht gerechtfertigt sein, z. B. wenn sie aufgrund einer Erpressung der Vertragsunternehmen der Schufa erfolgt sind. In vielen Fällen haben Unternehmen, vornehmlich Firmen der Telekommunikationsbranche, ihre Kunden mit einer Meldung bei der Schufa erpresst und nicht selten die Drohung umgesetzt, als diese wegen fehlerhaften oder ausbleibenden Leistungen die Zahlungen einstellten oder gar den Vertrag außerordentlich kündigten. Diese Praxis ist rechtswidrig, da bei Widerspruchsverfahren gegen offene Forderungen keine Meldung bei der Schufa eingehen darf. Betroffene konnten die falschen Einträge nur mittels rechtlicher Hilfe und langwieriger Verfahren löschen lassen. Oftmals ist der Ruf durch solche und ähnliche Vorfälle dauerhaft geschädigt. Strafanzeigen wegen Verleumdung gegen die entsprechenden Unternehmen haben so gut wie keine Aussicht auf Erfolg, da die Staatsanwaltschaften die einzelnen Mitarbeiter, die für den Schaden zuständig sein sollen, nicht zu ermitteln vermögen. Trotz derartiger Vorkommnisse und wiederholter Aufforderungen, führt die Schufa bei den meldenden Unternehmen immer noch kein Qualitätsmanagement durch.

 

Entsprechen die Einträge hingegen der Richtigkeit und sind aufgrund materieller Not zustande gekommen, so versperren sie vehement jeglichen Ausweg aus der Schuldenfalle. Betroffene können, wenn überhaupt, nur überteuerte Verträge zu äußerst nachhaltigen Konditionen abschließen. Alle in der modernen Welt als selbstverständlich angesehenen Lebensbereiche sind durch negative Einträge in der Schufa-Akte mit erheblichen Komplikationen sowie Mehrkosten verbunden und in den meisten Fällen erst gar nicht zugänglich. Die Option einer Umschuldung wird dadurch ohnehin im Keim erstickt. Es handelt sich also nicht, wie die Auskunftei oft betont, um einen Service für Verbraucher, der sie vor Überschuldung bewahrt, sondern lediglich um einen Schutz ihrer Vertragspartner, d. h. von Großunternehmen, wobei es nebensächlich ist, ob die betroffenen Konsumenten durch den Ausschluss aus allen wirtschaftlichen Belangen weiter in den Ruin getrieben werden.

Hat die Schufa Einflussmöglichkeiten  bei Bankkonten im Ausland?

Die Schufa ist eine deutsche Auskunftei, deren Wirkungsbereich bislang die Landesgrenzen des Bundesgebietes noch nicht überschritten hat. Folglich werden Personen mit niedrigen Score-Werten und sogar mit Negativeinträgen im Ausland nicht wie Menschen „zweiter Klasse“ behandelt und der Zugang zu allen Wirtschaftsgütern ist ihnen auch nicht versperrt.

 

Im Ausland können problemlos Immobilien gemietet oder erworben werden, Pkw auf Raten gekauft, Leasing-, Handy- und Internetverträge abgeschlossen sowie Kredite aufgenommen werden.

 

Ein großer Vorteil eines Kontos im Ausland ist es deshalb, dass ausländische Banken in aller Regel keine SCHUFA-Auskunft einholen, bevor das Girokonto eröffnet wird. Besteht beispielsweise ein negativer Eintrag in der SCHUFA, muss bei einem Auslandskonto nicht befürchtet werden, dass eine Kontoeröffnung abgelehnt wird. Es ist auch möglich, dass auf dem Auslandskonto ein Dispositionskredit bzw. ein Kontokorrentkredit eingerichtet wird.

 

Tipp: Vorsicht sei jedoch geboten bei Bankkonten in Österreich. Denn die Schufa Deutschland arbeitet eng mit der KSV Österreich zusammen.

Bietet ein schufafreies Bankkonto oder ein P-Konto in Deutschland genügend Schutz?

Es gibt in Deutschland, wenn auch nur sehr begrenzt, Banken bzw. Geldinstitute, die eine Kontoeröffnung nicht an die Schufa melden. Diese Institute bieten ein sogenanntes Guthabenskonto mit eigener Kontonummer sowie dazugehörig eine Prepaid Mastercard oder VISA Debitcard, die im Rahmen des Guthabens benutzt werden kann. Die Institute teilen hierzu mit, dass die Konten nicht bei der Schufa gemeldet werden müssen, da es sich hier um reine Guthabenskonten handelt. Es ist ebenfalls möglich, diese Konten auf sogenannte P-Konten umzustellen, also einen Pfändungsschutz in Höhe von maximal ca. 1.074 Euro zu generieren.

 

Für die Eröffnung bedarf es eine Identifikation durch die Post (Postident) oder seit einigen Monaten auch per Onlineübertragung von Daten am Mobiltelefon, einen gültigen Pass oder Personalausweis sowie eine Wohnanschrift in Deutschland.

 

Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl von Anbietern sogenannter Prepaid Kreditkarten, die nach Aufladung bis zum aufgeladenen Limit benutzt werden können.

 

Vorteile:

 

Ein inländisches Guthabenskonto ohne Meldung an die Schufa bietet sicherlich den Vorteil, dass es relativ kostengünstig und auch zuverlässig Bankfunktionen wie Überweisungen online, Bargeldabhebungen usw. zulässt. So ist es mit diesen Konten auch möglich, Auslandsüberweisungen durchzuführen.

 

Bei den sogenannten Prepaid Kreditkarten sieht dies jedoch anders aus. Hier kann die Karte nach Aufladung jederzeit international als normale Kreditkarte, z.B. bei Einkäufen, Buchungen usw. benutzt werden, Überweisungen sind jedoch nicht möglich, da die Karten in der Regel nicht mit einem Bankkonto verbunden sind. Auch hier muss im Vorfeld in der Regel ein Identifikationsverfahren durchgeführt werden, damit man die Karte erhält. Auch bei diesen Karten sind die Kosten zwischenzeitlich recht überschaubar und halten sich in der Regel im Rahmen des Üblichen.

 

Nachteile:

 

Einer der Hauptnachteile ist sicherlich die Tatsache, dass auch diese Konten keinerlei Pfändungsschutz bieten. Ferner sind die Konten bei der Bafin gemeldet, also nicht "anonym" und zum Beispiel für Behörden, Gerichtsvollzieher usw. jederzeit ermittelbar.

 

Ein weiterer Nachteil besteht in der begrenzten Höhe der Nutzbarkeit. So ist ein Konto bei Paycenter bis maximal 10.000 Euro zu nutzen, bei den Prepaid Kreditkarten liegt die Höhe der maximalen Aufladbarkeit deutlich niedriger.

 

Die sogenannte P-Konten Nutzung (Pfändungskonto), so wie es bei vielen andere Banken auch möglich ist, bietet mit einem Betrag von etwas über 1.000 Euro nur einen sehr begrenzten Schutz. Denn mit Verlaub - 1.000 Euro ist nicht viel heutzutage.

 

Fazit:

 

Einen Schutz wie ein Konto im Ausland bieten diese Konten oder Karten nicht. Sie schützen weder vor Vollstreckungen, noch vor Pfändungen. Wenn jemand herausfinden möchte, ob Sie dort ein Konto haben, wird er dies auch können.

 

Jedoch sind diese Konten eigentlich eher dafür gedacht, die tagtäglichen Geschäfte und Einkäufe von Verbrauchern zu bewältigen. Dafür sind diese Konten sicherlich dann auch eine gute Wahl.

Kann ein Konto im Ausland ausreichend Schutz vor Pfändungen und Vollstreckungen bieten?

Man kann durchaus auf die Idee kommen, dass ein Bankkonto im Ausland vor zukünftigen Pfändungen vollen Schutz gewährt. Dies ist zumindest bei Konten in der EU falsch. Tatsächlich können auch Girokonto im Ausland gepfändet werden, wenn auch mit einem zum Teil erheblichen Aufwand.

 

Spätestens seit dem neuen "Europäischen Beschluss zur vorläufigen Kontopfändung", der im Januar 2017 in Kraft trat, kann eine Kontopfändung in einem anderen EU Land mit richterlichem Beschluss umgesetzt werden, wenn bestimmte Voraussetzungen vorliegen.

 

Grundlage für diesen neuen Beschluss war der vom europäischen Parlament am 15.05.2014 mit der Verordnung (EU) Nr. 655/2014 zur Einführung eines Verfahrens für einen europäischen Beschluss zur vorläufigen Kontenpfändung im Hinblick auf die Erleichterung der grenzüberschreitenden Eintreibung von Forderungen in Zivil und Handelssachen einen neuen erlassene Beschluss. Doch war dieser nur relativ schwer in der Praxis umzusetzen.

 

Die nunmehr neue EU-Verordnung seit Januar 2017 zur grenzüberschreitenden, vorläufigen Kontopfändung (EUKoPfVO Nr.655/14) ist für alle Mitgliedstaaten der EU mit Ausnahme von Dänemark und dem Vereinigten Königreich bindend. Der Entwurf eines Gesetzes, das die Anwendung der Verordnung in Deutschland regeln und sichern soll, wurde von der Bundesregierung bereits auf den Weg gebracht.

 

Die EUKoPfVO hat insbesondere das Ziel, einem Gläubiger bereits vor Einleitung eines Gerichtsverfahrens im Einzelfall den Zugriff auf die Bankkonten des Schuldners in einem anderen Mitgliedstaat zu ermöglichen.

 

Zwar verfügen nicht wenige europäische Staaten über ein ähnliches Verfahren zur vorläufigen Sicherung eines Gläubigers wie Deutschland. Diese unterscheiden sich aber inhaltlich zum Teil erheblich. In manchen Mitgliedstaaten ist der Gläubiger dagegen sogar nahezu rechtlos gestellt. Oder die Vollstreckung eines anerkannten ausländischen Urteils geht aufgrund der zwingend Mitteilung an den Schuldner über die Einleitung des Verfahrens gänzlich ins Leere.

 

Genau an diesen Punkten setzt die EuKoPfVO an. Sie soll ein Instrumentarium schaffen, das eine vorläufige Kontopfändung über die Grenze eines Mitgliedstaates hinaus ermöglicht, ohne den Schuldner vorher zu warnen. Selbstverständlich kann auch der Gläubiger, der bereits ein Urteil in der Hauptsache erstritten hat, nach der EuKoPfVO vorgehen können.

 

Vor allem drei Punkte machen die neue Verordnung besonders:

  • Sie begrenzt die Pfändung nicht darauf, dass der Schuldner seinen (Wohn-/Firmen-)Sitz in der EU hat. Maßgeblich ist stattdessen, dass sich das jeweilige Konto des Schuldners in der EU befindet. Theoretisch kann so auch z.B. auf Konten von amerikanischen oder chinesischen Firmen (bzw. Staatsbürgern) zugegriffen werden, die ihren Firmensitz (Wohnsitz) außerhalb der EU haben. Insbesondere in China ist die Vollstreckung eines deutschen Urteils zurzeit aussichtslos.
  • Alle beteiligten Mitgliedstaaten sind verpflichtet, zentrale Stellen zu schaffen, die dem durch den Gläubiger angerufenen Gericht Auskunft darüber geben müssen, ob eine niedergelassene Bank ein Konto des Schuldners führt.
  • Der Beschluss eines mitgliedstaatlichen Gerichts ist von einer Bank in einem anderen Mitgliedstaat anzuerkennen, d.h. die Bank ist verpflichtet, das jeweilige Konto auf Grundlage des Beschlusses vorläufig zu pfänden.

 

Die neue Verordnung gilt im Wesentlichen für sämtliche Zivil- und Handelssachen außer im Recht der ehelichen Güterstände, dem Testaments- und Erbrecht sowie gegen Schuldner, über deren Vermögen das Insolvenzverfahren eröffnet wurde. Auch wurden die Rechtsgebiete der sozialen Sicherheit und der Schiedsgerichtsbarkeit ausgeklammert.

 

Ein Antrag ist zulässig, wenn er eine so genannte grenzüberschreitende Rechtssache betrifft, sprich das betreffende Bankkonto in einem anderen Land geführt wird als dem, in dem der Gläubiger seinen Wohnsitz hat sowie in dem das die vorläufige Pfändung erlassen Gericht seinen Sitz hatte. Die vorläufige Pfändung wäre bereits zulässig, bevor ein Verfahren gegen den Schuldner in der Hauptsache eingeleitet wurde.

 

Zuständig ist grundsätzlich das Gericht, welche die Hauptsache zu entscheiden hätte. Handelt es sich bei dem Schuldner um einen Verbraucher, so ist das Gericht des Mitgliedstaates, in dem der Schuldner seinen Wohnsitz hat, für den Erlass des Beschlusses zuständig.

 

Der Gläubiger muss allerdings hinreichende Beweismittel vorlegen, dass eine Sicherungsmaßnahme in Form eines Beschlusses zur vorläufigen Pfändung dringend erforderlich ist, weil eine tatsächliche Gefahr besteht, dass ohne diese Maßnahme die spätere Vollstreckung der Forderung des Gläubigers über dem Schuldner unmöglich oder sie erschwert wird.

 

Hat der Gläubiger seine Forderung noch nicht tituliert, so muss er des Weiteren hinreichende Beweismittel für das Bestehen der Fälligkeit einer Forderung vorlegen. Hat der Gläubiger seine Forderung noch nicht tituliert, so muss er innerhalb bestimmter Fristen die Hauptsache einleiten, sonst wird die Vorpfändung wieder aufgehoben.

 

Der Schuldner wird vor Erlass der vorläufigen Pfändung nicht gehört. Hat der Gläubiger seine Forderung noch nicht tituliert, so muss er entsprechende Sicherheit leisten. Gemäß Art. 13 der Verordnung können Gläubiger eine Haftung bei schuldhafter Verhalten treffen.

 

Allerdings erlässt ein Gericht den Beschluss zur Kontopfändung nur, wenn ähnliche Voraussetzungen erfüllt sind, wie für den deutschen Arrestbefehl (Anspruch und Grund). Welchen Maßstab die einzelnen nationalen Gerichte hierbei aber bei ihrer Beurteilung anlegen, liegt weitestgehend im freien Ermessen des jeweiligen Richters.

Ist es legal, im Ausland ein oder mehrere Bankkonten zu besitzen?

Vom Grundsatz her kann jeder Bundesbürger frei entscheiden, ob er ein Girokonto bei der deutschen Bank oder bei einem ausländischen Institut führen möchte.

 

Demzufolge ist es vollkommen legal, dass ein Konto im Ausland eröffnet wird. Sollten auf dem Auslandskonto allerdings Zinserträge (was heutzutage eher unwahrscheinlich ist) anfallen, so ist die Kontoführung zwar nach wie vor legal, jedoch ist der Kontoinhaber selbstverständlich verpflichtet, seine Zinseinnahmen im Rahmen der Einkommensteuererklärung anzugeben.

 

Ein Auslandskonto ist also immer legal. Lediglich die nicht erfolgte Angabe von Erträgen erfüllt unter Umständen den Tatbestand der Steuerhinterziehung. Aufgrund der weltweit immer niedriger werdenden Zinserträge dürfte dieses Risiko allerdings überschaubar sein.

Was raten wir zur Krisenvorsorge und auch als Schutz gegen Vollstreckungen und Pfändungen?

Wir raten heute mehr denn je dazu, niemals alles auf eine Karte zu setzen. Verschiedene Konten in verschiedenen Ländern, in der EU und ausserhalb der EU geben immer Flexibilität und schaffen mehr Sicherheit. Ein Staat kann heute plötzlich von heute auf morgen seine Gesetze ändern (siehe Auszahlungen in Griechenland), eine Bank kann jederzeit pleitegehen und Konten sperren (siehe Zypern), ein Vollstreckung kann plötzlich hereintrudeln, ohne dass Sie überhaupt wissen, dass jemand eine Forderung gegen Sie hat.

 

Wenn Sie beim Hausbankprinzip der guten alten Zeit bleiben, setzen Sie sich einem grossen Risiko aus. Wenn Sie alles was Sie haben in Deutschland oder Österreich belassen, setzen Sie sich jederzeit dem sofortigen Zugriff durch Staat, Banken und potentiellen Gläubigern aus.

Was ist unserer Meinung nach derzeit eine gute, zeitgemäße Finanzstrategie?

Wenn Sie jetzt starten, sich mit einer guten Strategie zur Absicherung Ihrer finanziellen Polster zu beschäftigen, müssen Sie einige Gegebenheiten beachten:

 

Im Bereich der Immobilien sind die Preise aufgrund der niedrigen Zinsen so erheblich angestiegen, dass diese Preise oftmals mit der Realität nur noch wenig zu tun haben. Wenn Sie also jetzt kaufen und einen Teil finanzieren, müssen Sie davon ausgehen, dass Ihre Belastung deutlich höher wird, wenn die Zinsen steigen. Gleichzeitig wird der Preis für Immobilien dann stark fallen, da sonst nur noch wenige in der Lage wären, sich eine Immobilienfinanzierung überhaupt leisten zu können. Wir raten dazu, wenn Immobilie, dann nur ein Schnäppchen. Sonst warten Sie mal ab. In England fallen die Preise beispielsweise bereits deutlich.

 

Im Bereich Aktien sehen Sie heute Höchststände bei Indizies und KGV in atemberaubender Höhe. Hier jetzt einzusteigen in der Hoffnung, die Kursentwicklung geht immer so weiter, ist unserer Meinung nach kein guter Rat. Wir würden hier derzeit abwarten, bis die Kurse wieder mindestens 30% billiger sind. Das kann recht bald der Fall sein.

 

Gold ist von den Kursentwicklungen in den letzten Jahren nicht so stark beeinflusst worden. Da wir selbst recht traditionell denken, halten wir ein paar Goldstücke immer als recht gutes Polster. Wir empfehlen in der Tat Goldmünzen, keine Goldzertifikate. Ein Krügerrand, Maple Leaf oder Wiener Philharmoniker ist sehr schön anzusehen.

 

Bargeld sollte aufgeteilt werden auf verschiedene Konten bei verschiedenen Banken und in verschiedenen Ländern. So sind Sie auch liquide, wenn in einer Bank oder in einem Land etwas passiert oder jemand mittels einer Vollstreckung oder Pfändung versucht, an Ihr Geld zu kommen. Sie können auch gerne mit verschiedenen Währungen arbeiten, jedoch sollten Sie hier nicht zu risikoreich sein.   

 

Zum Thema Bitcoin und Kryptowährungen haben wir eine geteilte Meinung. Wenn, dann nur mit einem sehr kleinen Anteil Ihres Vermögens. Denn die extreme Volatilität ist nicht ungefährlich und geht in beide Richtungen.

 

Investitionen in Ihr eigenes Unternehmen und Ihre eigenen Ideen sind immer ein gutes Investment. Und in der Tat ist diese Art des Investments nach wie vor, wie schon seit Jahrhunderten, der beste Weg, ein Vermögen aufzubauen.

 

Schulden oder günstige Kredite, Angebote von Kreditkartenunternehmen, Autoleasing Angebote usw. empfehlen wir übrigens nicht, auch wenn diese derzeit billig erscheinen mögen. Denn glauben Sie uns - es gibt keine billigen Schulden.

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